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Zwischen Sucht und Selbstkontrolle: Schüler testen das Leben ohne Handy

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Volontär · De La Salle Gymnasium, Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium der Schulbrüder
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24.03.2026
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Volontär*in · De La Salle Gymnasium, Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium der Schulbrüder

Kein Social Media, keine Nachrichten, kein ständiges Handynutzen – drei Wochen lang. Für viele Jugendliche heutzutage unvorstellbar. Dennoch haben sich genau dafür österreichweit 72.000 Schüler:innen am 4. März 2026 entschieden. Nun sind schon mehr als zwei Wochen vergangen.

 

Was bringt das Handyexperiment? (Foto: pixabay.com)

Viele Schüler*innen hoffen, mithilfe des Handyexperiments ihre Handysucht in den Griff zu bekommen, die sich durch ständige Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit und Schlafprobleme zeigt. „Vor allem in der Schule habe ich bemerkt, dass ich weggedriftet bin und nicht mehr präsent war“, erzählt der interviewte Teilnehmer Enzo von der De La Salle Schule in Wien.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz veröffentlichte am 6. Oktober 2025 eine Studie, die diese Probleme bestätigt. Laut ihr leiden ungefähr zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler bei einer durchschnittlichen Handy-Bildschirmzeit von bis zu zwei Stunden, dreißig Prozent bei drei bis vier Stunden, und sechzig Prozent bei einer Bildschirmzeit von mehr als fünf Stunden unter psychischen und körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Bauchschmerzen und Nervosität. Das Handyexperiment soll die Schüler*innen bei der Bewältigung dieser Probleme unterstützen.


Positive Veränderungen durch das Handyexperiment


Drei Wochen lang ohne Handy - und dann? Planen die Teilnehmenden, wieder in ihre alten Gewohnheiten zurückzukehren oder diese aufzugeben? Nach zwei Wochen berichten viele Schüler*innen von positiven Ergebnissen. Sie sagen, dass sie sich nicht mehr vom Handy abhängig fühlen und sich im Alltag weniger ablenken lassen. Zudem berichten sie, dass sich ihr Schlaf und die allgemeine Stimmung verbessert haben. Daraus lässt sich schließen, dass viele Schüler nach dem Experiment versuchen werden, ihr früheres Konsumverhalten zu verändern und ihre tägliche Bildschirmzeit zu verringern. Auch der interviewte Teilnehmer Enzo berichtet von dem Vorhaben, seine Bildschirmzeit zu reduzieren und einige Apps, wie Snapchat, zu löschen, die er mittlerweile als unnötig empfindet.


Herausforderungen beim Verzicht auf das Handy



Der Verzicht auf das Handy bringt jedoch Herausforderungen mit sich. Unsere Handys sind wahre Alleskönner. Mit ihnen kommunizieren die Nutzerinnen und Nutzer, surfen im Internet, machen Fotos, unterhalten sich und erleichtern sich den Alltag. Sie spielen eine große Rolle im Leben, weshalb viele Teilnehmer*innen des Handyexperiments den Alltag ohne sie als Herausforderung empfinden. 

Als kleinen Ersatz für die Smartphones griffen viele Kinder zu Tastenhandys ohne Internetzugang. Einige Schüler*innen besorgten sich ein Tastenhandy, um zumindest einen einfachen Weg zu haben, mit Freunden und Verwandten zu kommunizieren. Dennoch löst das Tastenhandy nicht alle Probleme. Ohne Smartphones fällt es vielen Teilnehmern deutlich schwerer, Informationen schnell nachzuschlagen und GPS-Systeme zu nutzen. Zudem fehlt der schnelle Zugriff auf soziale Medien, weshalb einige Teilnehmer vielleicht das Gefühl haben, etwas zu verpassen, und auf viele Unterhaltungen verzichten müssen, was für viele Beteiligte Langeweile bedeutet.






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