Als ich vor ein paar Tagen von der Schule nach Hause kam, fiel mir plötzlich eine eindringliche Stille auf. Bis auf das Summen des Kühlschranks war es mucksmäuschenstill. Früher hörte ich Musik, den Fernseher oder irgendjemanden reden, wenn ich das Haus betrat. Im Wohnzimmer saß mein Vater am Laptop, meine Mutter scrollte am Handy und mein Bruder hatte Kopfhörer auf. Obwohl alle zu Hause waren, war es still. Solche Momente bleiben mir in letzter Zeit irgendwie im Gedächtnis.
Jeder ist in seinem eigenen Zimmer
Am Wochenende hatte ich eigentlich nur kurz vor, meinen Bruder etwas zu fragen. Er lag im Bett und schaute Videos auf dem Handy, als ich sein Zimmer betrat. „Warte kurz“, murmelte er, ohne richtig aufzuschauen.
Irgendwie passiert das zu Hause mittlerweile ständig. Jeder beschäftigt sich in seinem eigenen Raum mit etwas anderem. Einer arbeitet, jemand schaut Netflix und jemand hängt am Handy. Manchmal vergeht fast ein ganzer Abend, ohne dass wir wirklich länger miteinander reden.
Gemeinsame Zeit passiert nebenbei
Neulich haben wir im Wohnzimmer zusammengesessen. Obwohl der Fernseher lief, hatte fast jeder gleichzeitig ein Handy in der Hand. Mein Vater beantwortete Nachrichten, meine Mutter schaute irgendetwas auf Facebook an und ich scrollte durch TikTok. Plötzlich meinte meine Mutter: „Wir sitzen zwar zusammen, aber jeder macht trotzdem sein eigenes Ding.“ Danach war es kurz still. Irgendwie blieb der Satz bei mir hängen.
Ruhe fühlt sich manchmal komisch an
Neulich lag ich abends in meinem Zimmer und bemerkte plötzlich, wie still alles war. Keine Unterhaltungen, kein Lachen, nichts. Früher empfand ich Ruhe als angenehm. Inzwischen fühlt sie sich manchmal eher leer an. Deshalb gehe ich manchmal einfach nochmal in die Küche oder ins Wohnzimmer, obwohl ich nichts brauche. Einfach nur, weil irgendwo jemand sein soll.
Merken wir überhaupt noch, wie normal das geworden ist?
Wenn ich alles zusammennehme: die geschlossenen Türen, die Handys oder die ruhigen Abende zu Hause, wirkt das plötzlich ziemlich normal. Und genau das lässt mich grübeln. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, dass immer etwas passiert. Vielmehr geht es darum, wieder bewusster wahrzunehmen, wann man zwar zusammen ist, aber trotzdem jeder für sich bleibt.
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