Wahre Schönheit: Warum Body Positivity und Body Neutrality wichtig sind
„Bin ich zu dick?“, „Was werden die Leute sagen?“, „Bin ich schön genug?“ – Tag für Tag stellen sich weltweit Frauen diese und ähnliche Fragen. Unsere Gesellschaft reduziert Frauen stets auf ihr Äußeres und ihren Körper. Doch es gibt zwei Gegenbewegungen. Sie nennen sich auf Englisch Body Positivity und Body Neutrality. Wie können diese Initiativen die Denkweise von Menschen ändern und was können diese bewirken?
Wenn Bilder lügen: Social Media und unrealistische Schönheitsideale
Social Media vermittelt Frauen ein verfälschtes Körperbild. Viele vergleichen sich mit Schönheitsidealen, die nicht der Realität entsprechen. Dadurch zweifeln viele an ihrem Aussehen. Außerdem stellen sie unrealistische Ansprüche an sich selbst. Die Body-Positivity-Bewegung steuert diesen Tatsachen entgegen. Sie kämpft für die Durchsetzung von Akzeptanz jeglicher Körperbilder. Body Positivity setzt ein Zeichen, jeden Körper mit Respekt zu behandeln. Niemand sollte jemanden wegen seines Aussehens verurteilen.
Ein weniger bekanntes Konzept ist Body Neutrality. Diese Bewegung legt den Fokus nicht auf das äußere Erscheinungsbild, sondern auf die Funktionen des Körpers. Statt den Körper ständig zu bewerten, steht die Wertschätzung dessen im Vordergrund, was er leisten kann. Dankbarkeit für die eigenen Fähigkeiten zu empfinden, spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Schwerpunkt liegt auf Gesundheit und Wohlbefinden, nicht auf Schönheitsidealen. Body Neutrality kann dabei helfen, bestimmte körperliche Eigenschaften wertfrei zu akzeptieren, etwa bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie Rollstuhlfahrer*innen, blinden oder hörgeschädigten Personen.
Schönheitsdruck beginnt früh: Studienergebnisse
Eine Studie aus dem Jahr 2014 vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, durchgeführt mit 5000 Teilnehmer*innen an 43 Schulen, zeigt ein eindeutiges Ergebnis. Viele reduzieren schon früh junge Mädchen auf ihr Körperbild. Dies geschieht schon im Alter von 14 Jahren oder jünger. Die meisten von ihnen befinden sich nicht einmal in der Pubertät. Mögliche Folgen sind gesundheitsschädliches Verhalten, dem viele Betroffene bereits früh nachgehen. Laut der laufenden Recherche machen viele Jugendliche auch nicht altersgemäße Erfahrungen wie Alkoholkonsum, Tabakkonsum und sexuelle Erfahrungen.
Blick ins Umfeld: Was Jugendliche denken
Eine zweiwöchige Umfrage im Bekanntenkreis ergibt einen Überblick über die Sichtweise der Teilnehmer*innen. 19 der 25 Beteiligten können mit den Begriffen Body Positivity und Body Neutrality nichts anfangen. Dies zeigt, die Gesellschaft erkennt dieses Tabuthema seit Jahren immer noch nicht an. Laut der Befragung sind außerdem 75 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen nicht zufrieden mit dem Aussehen ihres eigenen Körpers.
Wie wir ein positives Körperbild fördern können
Wir müssen als Gesellschaft eine Lösung für die Probleme finden. Ziel ist es, ein positives Körperbild zu vermitteln und dadurch Diskriminierung zu reduzieren. Body Positivity ist ein möglicher Anfang. Außerdem ist eine weitere Idee, die eigene Social-Media-Nutzung zu reduzieren, um sich nicht konstant mit verfälschten Bildern von Frauen zu vergleichen.
Das sind kleine bedeutende Schritte in eine bessere Zukunft, in der Frauen so aussehen können, wie sie sich wohlfühlen. Viele meiner Befragten haben einfallsreiche Denkanstöße eingebracht, zum Beispiel Sarah (Name geändert): „Wichtig ist, sich selbst zu akzeptieren. Sich weniger mit Models oder Influencer*innen auf Social Media vergleichen. Denn kein Körper ist perfekt und die Gesundheit steht an erster Stelle.“
Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu sich selbst
Es ist wichtig, den eigenen Körper zu akzeptieren und sich selbst zu lieben. Sich keinen Kopf über die Meinungen anderer zu machen. Sich nicht mit anderen zu vergleichen, da jeder eine eigene Vorstellung von Schönheit hat. Body Positivity und Body Neutrality als Konzepte allein können nichts in unserer Gesellschaft verändern, doch gemeinsam können wir etwas bezwecken und gegen die unnötigen Schönheitsideale ankämpfen. Bei Wohlbefinden bleiben Schönheitsnormen unbedeutend und im Hintergrund.
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