Jeden Abend bereite ich meine Jause für den nächsten Schultag vor. Meistens landen Skyr, Wraps, körniger Frischkäse oder Thunfisch in meiner Tasche. In der Schule könnte ich mir aber genauso gut eine Zimtschnecke kaufen. Deshalb habe ich meine Jause einmal genauer mit einem typischen Buffet-Snack verglichen: Was kostet beides eigentlich – und was steckt wirklich darin?
Eine Joghurt-Bowl aus meiner Jausenbox. Kostet weniger und kann mehr als eine Zimtschnecke vom Schul-Buffet.
(Foto:
Hanna Michlmayr)
10.30 Uhr, große Pause. Während einige meiner Mitschülerinnen und Mitschüler zum Schulbuffet gehen, hole ich meine Jausenbox aus dem Rucksack.
Die habe ich am Abend davor selbst vorbereitet. Das gehört für mich mittlerweile fast schon zum Alltag. Besonders gerne mache ich mir Skyr mit verschiedenen Zutaten. An anderen Tagen gibt es Wraps mit körnigem Frischkäse und Thunfisch.
Ich mache das nicht, weil ich einem strengen Ernährungsplan folge. Ich esse einfach gerne so. Außerdem mache ich relativ viel Sport und achte deshalb darauf, über den Tag ausreichend Eiweiß zu bekommen.
Aber ist meine selbst gemachte Jause tatsächlich die bessere Wahl?
Meine tägliche Skyr - BowlHanna Michlmayr
Der Vergleich: Jausenbox gegen Zimtschnecke
Für meinen kleinen Test nehme ich meine typische Skyr-Jause und vergleiche sie mit einer Zimtschnecke vom Schulbuffet.
Meine Skyr-Jause kostet mich ungefähr 2,5 Euro. Eine Zimtschnecke vom Buffet kostet 3 Euro.
Auch bei den Nährwerten gibt es Unterschiede. Meine Jause enthält ungefähr 27 Gramm Eiweiß, 7 Gramm Zucker und 12 Gramm Ballaststoffe. Die Zimtschnecke kommt auf ungefähr 6 Gramm Eiweiß, 16 Gramm Zucker und 1,3 Gramm Ballaststoffe.
Damit wird etwas sichtbar, das man beim bloßen Blick auf die beiden Lebensmittel gar nicht unbedingt erkennt: Es geht nicht nur darum, wie etwas aussieht oder wie „gesund“ es wirkt. Die Zusammensetzung macht einen Unterschied.
Meine Jause kostet also weniger als die Zimtschnecke und enthält dabei viel mehr wichtige Nährstoffe.
Die Kantine im BGBRG KufsteinBGBRG Kufstein
Selbst machen heißt planen
Der größte Vorteil meiner Jausenbox ist für mich aber gar nicht unbedingt der Preis. Es ist die Planung. Wenn ich am Vorabend meine Jause vorbereite, muss ich am nächsten Morgen nichts mehr überlegen. Ich nehme die Box aus dem Kühlschrank und packe sie in meine Tasche.
Beim Buffet ist es natürlich einfacher: hingehen, aussuchen, bezahlen, fertig. Gerade deshalb verstehe ich auch, warum viele Schülerinnen und Schüler lieber etwas kaufen. Wenn morgens fünf Minuten fehlen, ist ein Griff zum Buffet deutlich unkomplizierter als eine vorbereitete Mahlzeit.
Und was ist mit der Zimtschnecke?
Trotzdem würde ich nie behaupten, dass eine Zimtschnecke deshalb „verboten“ ist. Ich esse selbst gerne Süßes. Für mich bedeutet gesunde Ernährung nicht, dass jede Mahlzeit perfekt sein muss. Wenn meine Ernährung insgesamt ausgewogen ist, sehe ich keinen Grund, mir gelegentlich etwas zu verbieten.
Das Schulbuffet finde ich deshalb eigentlich ziemlich praktisch. Es gibt belegte Brötchen mit Käse, Gemüse oder Wurst und Obst, aber eben auch Zimtschnecken, Pizzastangen und Softdrinks. Jeder kann selbst entscheiden, was er nimmt.
Was meine Eltern dazu sagen
Gesundheit ist bei mir zu Hause außerdem ein ziemlich vertrautes Thema. Meine Mutter, Dr. Andrea Michlmayr, Frauenärztin, und mein Vater, Dr. Bernd Michlmayr, Allgemeinmediziner, arbeiten beide im medizinischen Bereich.
Meine Mutter sagt zum Thema Ernährung: „Die Dosis macht das Gift." Mein Vater sieht die Sache etwas lockerer: „An apple a day, keeps the doctor away“ - mit seinem Humor ;)
Gerade weil meine Eltern Ärzte sind, habe ich wahrscheinlich schon früh gelernt, auf meinen Körper und meine Gesundheit zu achten. Trotzdem bedeutet das nicht, dass ich jeden Tag perfekt esse.
Meine Jause gewinnt, aber nicht jeden Tag
Nach meinem Vergleich würde ich meine eigene Jause wahrscheinlich wieder mitnehmen. Nicht, weil die Zimtschnecke plötzlich schlecht ist. Sondern weil meine Jause besser zu dem passt, was ich im Alltag brauche: Sie lässt sich vorbereiten, ich weiß, was drinsteckt, und sie liefert mir durch Skyr, Frischkäse oder Thunfisch ordentlich Eiweiß.
Und trotzdem werde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich wieder am Buffet vorbeigehen und überlegen, ob eine Zimtschnecke nicht doch ganz gut wäre. Denn gesund essen bedeutet für mich nicht, immer die perfekte Entscheidung zu treffen. Es bedeutet eher, zu wissen, was man isst – und bewusst zu entscheiden.
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