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Zwischen Sicherheit und Lebensfreude – wie meine Familie meinen Blick auf Geld prägte

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03.03.2026
4 Min.

Der Umgang mit Geld wird stark von den Menschen geprägt, die uns im Alltag begleiten. Oft sind es die eigenen Eltern oder nahen Verwandten, von denen wir lernen, was Sparen, Konsum und finanzielle Verantwortung bedeuten. Auch ich habe durch meine Familie früh verstanden, dass Geld nicht nur Sicherheit geben soll, sondern auch Lebensqualität ermöglicht. Hinter jedem Euro steckt ein Stück Lebenszeit.

Kleingeld auf größeren Geldscheinen (Foto: Pixabay)

Wenn ich an meinen früheren Umgang mit Geld denke, gibt es eine ganz bestimmte Situation, die mir in Erinnerung geblieben ist. Vor etwa fünf Jahren wollte ich mir ein Paar Ski kaufen, die ich schon sehr lange haben wollte. Sie waren aber nicht unbedingt billig und meine Eltern fanden es sinnvoller, ein gebrauchtes Paar zu kaufen. Zuerst war ich sehr enttäuscht und versuchte, sie zu überreden. Doch ich hatte keine Chance. Also machten wir uns auf „Willhaben“ auf die Suche. Und tatsächlich fanden wir Ski, die deutlich billiger waren. Am Ende war ich trotzdem glücklich und hatte meinen Spaß auf der Piste.

Deswegen weiß ich: Meine Eltern sind mein Vorbild im Umgang mit Geld.

Ich bewundere sie, weil sie hart arbeiten und sich ihr Geld ehrlich verdienen. Gleichzeitig sparen sie nicht krampfhaft alles auf, nur um möglichst viel auf dem Konto zu haben. Sie sagen oft, dass man nur einmal lebt und dass man das Leben auch genießen soll. Wir haben das Glück, etwas geerbt zu haben, was uns eine gewisse Sicherheit gibt. Trotzdem verlassen sich meine Eltern nicht einfach darauf, sondern gehen weiterhin verantwortungsvoll mit Geld um.

Bewusster Konsum statt unnötiger Ausgaben

Was ich besonders an ihnen schätze, ist ihre bewusste Einstellung. Sie kaufen keine unnötigen Dinge und überlegen sich Anschaffungen gut. Vor allem bei Lebensmitteln und Kleidung achten sie auf hohe Qualität. Sie sind der Meinung, dass gute Qualität länger hält und sich deshalb lohnt. Gleichzeitig sparen sie in Bereichen, in denen es leicht möglich ist, zum Beispiel, indem sie Preise vergleichen oder sich über größere Käufe gemeinsam und bewusst Gedanken machen.

Von meinen Eltern habe ich gelernt, dass Geld nicht nur zum Sparen da ist, sondern auch zum Genießen. Man sollte es nicht ewig aufbewahren, wenn man es irgendwann vielleicht gar nicht mehr nutzen kann. Aber man sollte es auch nicht leichtfertig ausgeben. Dieses Gleichgewicht finde ich wichtig.

Freizeit schafft Freiheit

Gleichzeitig habe ich verstanden, dass man für Konsumgüter eigentlich immer mit seiner Lebenszeit bezahlt. Hinter jedem gekauften Produkt stecken Stunden, in denen man gearbeitet hat. Mir persönlich ist meine Freizeit sehr wichtig, sogar wichtiger als zum Beispiel ein neues iPhone. Ich frage mich deshalb oft: Ist mir dieser Gegenstand wirklich so viel meiner Lebenszeit wert?

In dieser Hinsicht ist auch mein Onkel ein Vorbild für mich. Er ist selbstständig und nimmt nur so viele Aufträge an, bis er genug Geld verdient hat, um den Rest des Jahres nicht mehr arbeiten zu müssen und trotzdem gut leben zu können. Zum Beispiel kocht er fast ausschließlich selbst und besitzt nur so viel Kleidung, wie in einen kleinen Koffer passt. Natürlich lebt er sehr sparsam, aber genau das gefällt ihm. Er setzt seine Prioritäten klar: lieber mehr freie Zeit als mehr Konsum. Dieses Denken beeindruckt mich sehr.

Ich weiß aber auch, dass sich Prioritäten ändern können. Wenn man später eine Familie gründet, trägt man mehr Verantwortung. Dann geht es nicht nur um die eigenen Wünsche, sondern auch um Sicherheit und Stabilität für andere. Trotzdem finde ich den Gedanken wichtig, bewusst zu entscheiden, wofür man seine Lebenszeit „eintauscht“.

Meine Prioritäten: Zeit statt Trends

Seitdem achte ich bewusst darauf, genug Geld zu haben, um mir die Dinge leisten zu können, die ich wirklich brauche oder wirklich haben möchte. Wenn ich mir etwas wünsche, warte ich oft ein paar Wochen oder sogar Monate. So merke ich, ob ich es tatsächlich will oder ob es nur eine spontane Idee war.

Vor allem bei Kleidung kaufe ich nur noch Dinge, die mir zu hundert Prozent gefallen. Häufig kommt es vor, dass ich ein Kleidungsstück kaufen möchte, mich dann aber dagegen entscheide. Wenn ich ein Jahr später durch gespeicherte Bilder wieder darauf stoße, gefällt es mir oft überhaupt nicht mehr. Dann wird mir immer wieder bewusst, wie schnell sich mein Geschmack und Trends ändern. In solchen Momenten bin ich froh, mein Geld nicht dafür ausgegeben zu haben.

Dadurch kaufe ich insgesamt weniger, aber bewusster. Ich erinnere mich an ein Paar Schuhe, das ich mir vor etwa einem Jahr gekauft habe. Heute gefallen sie mir gar nicht mehr, und ich habe sie vielleicht nur zweimal getragen. Das ist schade, erinnert mich aber daran, meine zukünftigen Käufe noch bewusster zu hinterfragen.

Meine Eltern und auch mein Onkel haben mir gezeigt, dass ein kluger Umgang mit Geld nicht nur etwas mit Zahlen zu tun hat, sondern mit Lebensqualität. Für mich bedeutet das: Sicherheit haben, bewusst konsumieren und trotzdem genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben behalten.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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