Ich habe manchmal das Gefühl, Erwachsene haben absolut keine Ahnung, wie unser Alltag wirklich aussieht. Ständig höre ich Sätze wie „Ihr habt doch alles“ oder „In eurem Alter ist das Leben leicht“. Nein, ist es nicht. Im Gegenteil: Es fühlt sich oft an, als würde jeder an uns ziehen.
In der Schule erwarten Eltern perfekte Leistungen. Jeder Test kann angeblich meine Zukunft ruinieren. Wir sollen lernen, organisieren, motiviert bleiben und am besten nie schwächeln. Aber niemand fragt, wie es uns dabei eigentlich geht.
Fehler? Nicht erlaubt. Pausen? Kaum möglich.
Im Sport ist es genauso. Ich liebe Training, aber es ist eben nicht nur „Hobby“. Es ist Arbeit, Druck, Vergleich. Du willst besser werden, stärker sein, schneller sein. Und gleichzeitig weißt du, dass du keine Ausreden hast. Wenn du müde bist oder verletzt – Pech. Leistung zählt.
Und dann die Zukunft. Wir sollen große Entscheidungen treffen, obwohl wir selbst noch herausfinden müssen, wer wir sind. Alle reden von Chancen, aber in Wahrheit fühlt sich vieles wie Druck an: „Was willst du studieren?“ „Was ist dein Plan?“ Ganz ehrlich: Keine Ahnung. Und das macht Angst.
Was mich am meisten nervt? Dass so viele Erwachsene so tun, als hätten wir’s leicht. Sie sehen nur das Außen, nicht den Stress, nicht den Druck, nicht die Gedanken, die wir nachts haben.
Jung sein bedeutet heute nicht Freiheit, es bedeutet Dauerstress. Ich will kein Mitleid. Ich will einfach, dass uns Erwachsene ernst nehmen. Dass sie verstehen: Wir tragen große Last und machen trotzdem jeden Tag weiter.
Kommentare