Vor Kurzem saß ich mit meiner Familie am Tisch, als das Thema „heutige Jugend“ aufkam. Sätze wie „Früher war alles besser“ oder „Ihr habt es ja so leicht“ fielen ganz selbstverständlich. Ich hörte zu und fragte mich: Warum werden Generationen so oft miteinander verglichen, statt dass sie einander zuzuhören?
Mehr Druck als man denkt
Als junge Person fühle ich mich manchmal unfair behandelt, weil unsere Probleme heruntergespielt werden. Stress, Leistungsdruck, Zukunftsängste. All das fassen meine Verwandten oft mit einem Satz zusammen: „Das gab es früher auch.“ Aber ist jede Zeit wirklich gleich? Kann man die Welt von heute mit der von vor dreißig oder vierzig Jahren vergleichen?
Gleichzeitig merke ich, wie sich auch ältere Generationen nicht ernst genommen fühlen. Sie haben das Gefühl, überholt zu sein, nicht mehr dazuzugehören, wenn sie zum Beispiel mal nicht wissen, wie genau man das Handy betätigt. Doch statt Verständnis entsteht schnell ein Gegeneinander. Warum eigentlich? Wäre es nicht sinnvoller, Erfahrungen und neue Perspektiven zu verbinden?
Zusammen stärker
Unfair ist es, wenn eine Generation automatisch als schwach oder faul gilt und die andere als stur oder rückständig. Diese Schubladen helfen niemandem. Sie schaffen Abstand, wo Nähe möglich wäre.
Wir alle wissen, wie es ist, uns nicht ernst genommen zu fühlen. Wenn wir uns daran erinnern, könnten Gespräche entstehen statt Vorwürfe. Und vielleicht merken wir dann: So unterschiedlich sind wir gar nicht.
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