Mein Wecker klingelt, ich bin noch halb im Schlaf und greife automatisch nach meinem Handy. Ein paar Sekunden später scrolle ich schon durch Social Media. Gleich eines der ersten Videos zeigt einen perfekt gestarteten Tag: früh aufstehen, ein ruhiger Morgen, Sport, ein schön angerichtetes Frühstück. Alles wirkt so geordnet und entspannt.
Als gäbe es keinen Stress, keine Hektik.
Ich lege mein Handy kurz weg und merke: Mein eigener Morgen fühlt sich ganz anders an. Und irgendwie auch… weniger gut.
Der „That Girl“-Trend zeigt genau solche idealen Tagesabläufe. Manchmal motiviert mich das, aber oft löst es auch Druck aus. Denn mein Alltag passt selten zu diesem Bild.
Der inszenierte Morgen: Wenn Routine zur Pflicht wird
Bei mir läuft es morgens meistens nicht so ruhig ab. Ich bleibe oft länger liegen, als ich sollte, drücke den Wecker mehrmals weg und stehe dann irgendwann gestresst auf. Alles geht schnell: anziehen, Sachen packen, vielleicht noch schnell etwas essen. Währenddessen denke ich manchmal an diese perfekten Routinen – und frage mich, warum ich das nicht genauso hinbekomme.
Früher habe ich meinen Morgen gar nicht so hinterfragt. Jetzt vergleiche ich ihn öfter mit dem, was ich online sehe.
Gesundheit oder versteckter Leistungsdruck?
Eigentlich finde ich vieles an dem Trend gut. Er zeigt, wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten, sich zu bewegen oder bewusst in den Tag zu starten. Und ja, manchmal motiviert mich das auch wirklich.
Aber gleichzeitig entsteht bei mir oft das Gefühl, mehr leisten zu müssen. Als müsste ich meinen Tag „richtig“ beginnen, um produktiv oder erfolgreich zu sein. Gerade als Schüler*in ist das schwierig – nicht jeder Tag lässt sich perfekt planen, und nicht jeder Morgen läuft ideal.
Das unsichtbare Leben hinter dem perfekten Feed
Was ich dabei leicht vergesse: Diese Videos zeigen nur einen kleinen Ausschnitt. Niemand filmt sich, wenn er verschläft, gestresst ist oder einfach einen schlechten Tag hat. Genau das gehört aber genauso dazu.
Mein Alltag ist nicht immer ruhig oder perfekt – manchmal ist er chaotisch oder anstrengend. Aber das ist normal, auch wenn es online oft anders wirkt.
Mein Blick auf einen „perfekten“ Alltag
Ich versuche inzwischen, mich nicht zu sehr davon beeinflussen zu lassen. Klar, ich nehme mir manchmal etwas daraus mit. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich meinen eigenen Rhythmus brauche.
Für mich bedeutet ein guter Alltag nicht, alles perfekt zu machen. Manchmal reicht es schon, den Tag zu schaffen, auch wenn nicht alles nach Plan läuft. Und vielleicht ist genau das am Ende viel realistischer – und auch gesünder.
Kommentare