Die Erde fiebert leise vor sich hin,
ein Sommer bleibt zu lange, kommt zu früh der Sinn.
Gletscher weinen rückwärts durch die Zeit,
das Meer steigt an, die Geduld ist nicht mehr weit.
Die Städte flimmern, Asphalt glüht,
der Wald steht still, verbrannt, verfrüht.
Ein Vogel schweigt, wo er einst sang,
als hätte selbst die Hoffnung Angst vor Klang.
Wir messen alles: CO₂, Profit,
doch übersehen oft, wer morgen noch hier ist.
Ein Grad mehr klingt harmlos, fast banal,
und kippt doch leise jedes Ideal.
Und dennoch wächst in Rissen ein Licht,
ein „Noch-ist-es-nicht-zu-spät“-Gesicht.
In Händen, die pflanzen statt nur zu klagen,
in Stimmen, die laut „Verantwortung“ sagen.
Die Zukunft fragt nicht, wer schuld daran war,
sie fragt nur: Wart ihr da? Wart ihr klar?
Zwischen Grad und Gewissen liegt unsere Zeit —
noch haben wir die Wahl. Noch sind wir bereit.
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