Mir reicht nie nur eine Sache

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Volontärin · HAK1 Klagenfurt - Handelsakademie & Handelsschule
10.04.2026
2 Min.

Oft sind es nicht die großen Dinge, die etwas über mich verraten, sondern die kleinen Gewohnheiten im Alltag. Während der Fernseher läuft, mein Zimmer unordentlich wirkt oder die Frage nach dem Einkauf eigentlich schon vorbei ist, beginnt mein Kopf erst richtig zu arbeiten. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie spontan Gedanken, Wünsche und innere Unruhe meinen Alltag mitbestimmen.

 

Nur eine Sache im Kopf? Das ist bei mir nie der Fall (Foto: shutterstock)

Fernsehen allein reicht mir nicht

Ich sitze vor dem Fernseher, der Film läuft oder irgendeine Serie beginnt, und trotzdem greife ich fast automatisch nach meinem Handy. Einfach nur schauen? Irgendwie nicht. Schon nach kurzer Zeit denke ich mir: Hm, vielleicht spiele ich nebenbei doch noch etwas am Handy. Nur kurz. Dann entsperre ich es schon, öffne ein Spiel und spiele nebenbei weiter, während im Hintergrund der Fernseher läuft. Mein Blick springt hin und her. Kurz auf den Fernseher, dann wieder aufs Handy. Es fühlt sich fast komisch an, nur eine Sache gleichzeitig zu machen. Als würde meinem Kopf noch etwas fehlen, obwohl eigentlich schon genug läuft.

Mein Zimmer muss ordentlich sein

Ich komme in mein Zimmer und sehe sofort, wenn etwas nicht passt. Da liegt etwas am Schreibtisch, ein Shirt ist nicht an seinem Platz oder irgendeine Kleinigkeit stört einfach das Gesamtbild. Sofort denke ich mir: Nein, so kann das nicht bleiben. Das muss ich noch schnell wegräumen. Wenn das noch herumliegt, stört es mich die ganze Zeit. Ich lasse es dann nicht einfach so, sondern räume es weg, richte es gerade oder lege es dorthin, wo es hingehört. Erst dann fühlt es sich richtig an. Erst dann wird es auch in meinem Kopf ruhiger. Ein aufgeräumtes Zimmer ist für mich nicht nur schöner, sondern etwas, das ich brauche, damit ich mich wirklich wohlfühle.

Zu spät fällt es mir ein

Meine Mama fragt mich, ob ich etwas vom Supermarkt brauche. In diesem Moment fällt mir meistens nichts ein. Ich denke, nein, passt schon, ich brauche eigentlich nichts. Dann fährt sie los. Und genau dann geht es plötzlich in meinem Kopf los. Ah, ein Joghurt wäre jetzt schon gut. Oder Schokolade. Trauben wären auch richtig gut gewesen. Und je länger sie schon unterwegs ist oder je näher sie schon wieder zuhause ist, desto mehr fällt mir plötzlich ein. Dann denke ich nur: Super, genau jetzt. Vorher fällt mir gar nichts ein und kaum ist die Gelegenheit fast vorbei, kommen mir auf einmal genau die Sachen in den Kopf, auf die ich eigentlich Lust hätte.

Wenn ich diese drei Situationen zusammendenke, merke ich, dass sie alle etwas gemein haben. Beim Fernsehen reicht mir eine Sache oft nicht aus. In meinem Zimmer will ich sofort Ordnung herstellen. Und beim Einkaufen oder besser gesagt kurz davor fällt mir das, was ich gerne hätte, immer erst dann ein, wenn es fast schon zu spät ist.


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