Zwischen Genuss und Gefahr: Mein Leben mit dem Mastzellaktivierungssyndrom

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Volontär · Bundesrealgymnasium Schopenhauerstraße 18
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23.03.2026
2 Min.

Was passiert, wenn der eigene Körper auf ganz normale Lebensmittel wie ein Alarmsystem reagiert? Das weiß ich aus eigener Erfahrung, ich habe das Mastzellaktivierungssyndrom.

Wie geht es mir nach dem Essen? Gut, aber nur, wenn ich frisch und gesund esse. (Foto: pixabay.com)

Es war meine erste Klassenfahrt, und nach einem langen Tag voller Spiele und Ausflüge saßen wir alle gemeinsam am Abendessen. Ich wollte unbedingt ein Fischstäbchen probieren, neugierig, aber auch ein wenig unsicher. Schon nach ein paar Stunden merkte ich Übelkeit und bekam starkes Kopfweh.

Damals wusste ich noch nicht genau, warum mein Körper so reagierte. Heute weiß ich: Ich habe das sogenannte Mastzellaktivierungssyndrom. Das bedeutet, dass mein Körper bestimmte Stoffe wie Histamin oder Oxalat nur in kleinen Mengen verträgt. Wenn ihr das nicht kennt, kein Problem: Es heißt einfach, dass ich manche Lebensmittel gar nicht oder nur sehr frisch essen kann.

Frische Nahrungsmittel

Wenn ich mich an meinen Speiseplan halte, viel frisches Gemüse, Obst, Fleisch oder Fisch, fühle ich mich danach fit und energiegeladen. Eine Süßigkeit zwischendurch klingt zwar oft verlockend, wäre aber keine gute Idee, denn dann ginge es mir schnell schlecht. Mittlerweile ist meine Krankheit etwas besser kontrollierbar, aber ich muss immer noch sehr darauf achten, was ich esse.

Ich habe das Gefühl, dass ich in gewisser Weise Glück habe, so frisch und gesund essen zu können. Viele meiner Freunde kaufen sich in der Schule nur schnell etwas Aufgewärmtes, während ich genau weiß, welche Lebensmittel mir guttun.

Meine Empfehlung: Wenn ihr mal müde seid, kann ich Gemüse, kurz in Olivenöl angebraten, sehr empfehlen – das macht richtig munter. Oder nach einem anstrengenden Tag: niederländische Fischsuppe! Für mich ist das der perfekte Abschluss. Natürlich ist das nur meine Erfahrung. Aber ich bin neugierig: Wie geht es euch nach dem Essen? Was esst ihr am liebsten, und wie fühlt ihr euch danach?

Disziplin ist wichtig

Durch das Mastzellaktivierungssyndrom habe ich nicht nur gelernt, sehr genau auf meinen Körper zu achten, sondern auch Geduld und Selbstdisziplin entwickelt. Ich weiß jetzt, dass es sich lohnt, sich bewusst mit Ernährung auseinanderzusetzen und dass man dabei trotzdem kreativ sein kann.

Außerdem hat es mir gezeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Essen reagieren und dass jeder seinen eigenen „Plan“ finden muss. Am wichtigsten ist, auf sich selbst zu hören und kleine Experimente mit Lebensmitteln vorsichtig anzugehen. So wird Essen nicht nur zum Überleben, sondern zu einer Art, sich selbst besser kennenzulernen und gut für sich zu sorgen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

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