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Zwischen Fairness und echter Lernfreude: welche Änderungen ich mir für die Schule wünsche

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TOP 50 Autorin
Volontärin · Hbla - Pitzelstätten
26.08.2026
3 Min.

In der Schule wird oft so getan, als wären alle Schülerinnen gleich. Gleiche Aufgaben, gleiche Erwartungen, gleiche Bewertungen. Doch so funktioniert Lernen nicht. Gerade jetzt, nachdem ich meine Schule abgeschlossen habe, wird mir bewusst, dass jeder andere Stärken, andere Schwierigkeiten und andere Bedürfnisse hat. Deshalb wünsche ich mir ein Schulsystem, das diese Unterschiede ernst nimmt und Unterricht so gestaltet, dass er wirklich für alle funktioniert.

Ein paar Reformen für mehr Freude und Lernerfolge wären leicht umsetzbar. (Foto: Shutterstock)

Lehrerinnen sollten zwischen schwächeren und stärkeren Schülerinnen unterscheiden, statt alle gleich zu behandeln. Wenn der Unterricht nur auf den Durchschnitt ausgerichtet ist, hat am Ende niemand etwas davon. Schwächere verlieren den Anschluss, während Leistungsstärkere sich langweilen und unterfordert sind.

Ich selbst habe erlebt, wie groß diese Unterschiede sein können. In manchen Fächern wurde ich hervorragend unterstützt, besonders wenn ich Schwierigkeiten hatte. Diese Lehrkräfte haben sich Zeit genommen, erklärt, motiviert und mir wirklich weitergeholfen. Es gab aber auch Unterricht, der komplett auf den Durchschnitt zugeschnitten war. Da war ich oft unterfordert, während andere überfordert waren.

Faul und unfähig? Sicher nicht!

Manche Lehrkräfte bezeichneten Schülerinnen, die sich schwer taten, sogar als faul oder unfähig. Dabei brauchten sie einfach mehr Unterstützung. Da frage ich mich bis heute, warum manche Lehrerinnen das nicht bemerken oder ob es ihnen schlicht egal ist.

Eine mögliche Lösung wäre für mich getrennter Unterricht, zum Beispiel gemeinsam mit der Nebenklasse: eine stärkere und eine schwächere Gruppe. So könnten alle auf ihrem Niveau lernen, ohne ständig das Gefühl zu haben, zu schnell oder zu langsam zu sein.

Lehrer*innen sollen menschlich sein

Fachwissen ist wichtig, aber Menschlichkeit ist entscheidend. Eine angenehme Lernatmosphäre sorgt dafür, dass man sich traut, Fragen zu stellen, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Ich erinnere mich noch genau an einen Moment zu Beginn der Oberstufe: Meine Lehrerin sagte gleich am ersten Tag, dass es keine blöden Fragen gibt und sie alles beantworten wird. In diesem Moment fühlte ich mich sofort wohler, und ich bin sicher, meinen Mitschüler*innen ging es genauso.
Solche Sätze wirken vielleicht klein, aber sie verändern viel. Sie schaffen Vertrauen, Sicherheit und Motivation. Genau das wünsche ich mir öfter.

Lernen darf Spaß machen

Spaß und Lernen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Wer Freude am Unterricht hat, ist motivierter und nimmt Inhalte besser auf. Humor, Abwechslung und lebendige Methoden können unglaublich viel bewirken.

Besonders gut finde ich Quiz‑Formate. Wenn Lehrer*innen am Ende einer Stunde den Stoff mit einem Quiz abfragen und die Besten belohnen, macht das Lernen gleich viel mehr Spaß. Auch in der Oberstufe hatten wir manchmal Kahoot‑Quizze, und einmal durften wir sogar selbst eines erstellen. Das hat den Unterricht richtig aufgelockert und geholfen, Inhalte besser zu verstehen.

Verständliche Inhalte als Grundlage

Trotz aller Lockerheit müssen Inhalte klar und strukturiert vermittelt werden. Gute Erklärungen, sinnvolle Beispiele und nachvollziehbare Aufgaben sind unverzichtbar. Während meiner Maturazeit habe ich sofort gemerkt, welche Lehrkräfte gute Vorarbeit geleistet hatten und welche nicht. Gute Skripten und verständliche Dokumente sind das A und O, wenn man etwas wirklich begreifen will.

Es kostet viel Zeit und Nerven in einer eh schon stressigen Zeit, sich selbst die ganzen Skripten neu zu sortieren und formatieren um eine gute Übersicht in dem Chaos zu erhalten. Genau aus diesem Grund sind gute Grundlagen essenziell.

Mehr Praxis im Unterricht

Ich besuchte eine Schule mit Praxisunterricht, und ich liebte diese Abwechslung. Nicht immer nur still sitzen, sondern auch etwas tun, ausprobieren, erleben. Für unser Schulsystem wünsche ich mir generell mehr Praxis. Durch meine Schule habe ich zum Beispiel gut kochen gelernt etwas, das mir im späteren Leben sicher helfen wird. Solche praktischen Fähigkeiten bleiben, motivieren und machen Schule lebendiger.

Natürlich kann beispielsweise ein einfaches Gymnasium jetzt keinen Kochunterricht anbieten, aber 15 Minuten Bewegungspause würden uns auch von der Schulbank wegbringen und das Gehirn anders fordern. Durch gezielte Bewegungsübungen und Pausen können Schüle*innen neue Energie tanken und wieder motivierter weiterlernen.

Mein Wunsch für die Zukunft

Am Ende wünsche ich mir eine Schule, in der Unterschiede nicht als Problem gesehen werden, sondern als Chance. Eine Schule, in der Lehrkräfte menschlich auftreten, Inhalte verständlich vermitteln und Lernen auch Spaß machen darf. Wenn Unterricht abwechslungsreich, fair und gut strukturiert ist, profitieren alle davon. Ich hoffe sehr, dass sich unser Bildungssystem in diese Richtung entwickelt, damit Schule nicht nur ein Pflichtort ist, sondern ein Ort, an dem man gerne lernt, wächst und sich weiterentwickelt.


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