Eigentlich war alles vorbereitet. Die Ferienwohnung war gebucht, die Koffer waren irgendwann gepackt und Kroatien war unser Ziel. Doch dann ging unser Auto kaputt, und das gerade einmal zwei Wochen vor dem Urlaub. Plötzlich hatten wir zwar eine Unterkunft, aber keine Möglichkeit, dorthin zu kommen.
Wir suchten lange nach einem anderen Auto, fanden aber nichts Passendes. Schließlich schlug uns ein Mechaniker vor, einfach einen Wagen zu mieten. Also öffneten wir Google und fanden eine Autovermietung, die nur wenige Minuten von uns entfernt war: Europcar.
Am ersten Urlaubstag ging es um sieben Uhr morgens los. Unser Mietwagen war ein Škoda Kamiq, Baujahr 2026. Für uns fühlte sich das Auto fast wie ein kleines Raumschiff an. Es war neu, bequem und hatte Funktionen, die wir von unserem eigenen Auto gar nicht gewohnt waren. Besonders die Assistenzsysteme sorgten für Begeisterung. Man musste im Grunde nur lenken, während das Auto einen großen Teil der Arbeit übernahm.
Die Fahrt nach Rovinj dauerte ungefähr vier bis fünf Stunden. Langweilig wurde es trotzdem nicht wirklich. Wir machten drei Pausen, tranken Kakao und Kaffee und versuchten, die lange Strecke möglichst entspannt hinter uns zu bringen.

Gegen 13 Uhr erreichten wir endlich Rovinj. Das Problem: Unser Check-in war erst um 15 Uhr. Also hatten wir zwei Stunden totzuschlagen.
Zwei Stunden und ein Einkaufsparadies
Wir parkten das Auto und gingen in die Stadt. Schließlich landeten wir in einem riesigen Kaufland, das für mich schon fast eine eigene Sehenswürdigkeit war. Es gab dort gefühlt alles – von Lebensmitteln über Shampoo bis zu Produkten, die ich vorher noch nie gesehen hatte.
Sogar einige Produkte, die ich aus dem Internet kannte, tauchten plötzlich vor mir auf. Wir stöberten durch die Regale, kauften Essen und andere Dinge, die wir für die nächsten Tage brauchten. Zwei Stunden vergingen dadurch schneller als gedacht.
Nach dem Check-in bezogen wir unsere Ferienwohnung. Die Besitzerin war von Anfang an unglaublich freundlich. Wir nannten sie irgendwann einfach „Oma“, obwohl wir ihren genauen Namen gar nicht richtig kannten. Es war unsere Art, ihr Respekt und Sympathie zu zeigen.
In ihrem Garten wuchsen zahlreiche Früchte. Feigen, Granatäpfel und andere Pflanzen gehörten dort einfach zum Alltag. Aam letzten Tag schenkte sie uns sogar einen ganzen Topf voller Feigen.
Unser erster Tag endete trotzdem etwas anders als geplant. Das Wetter spielte nicht wirklich mit. Es regnete und wir konnten den Strand zunächst nur anschauen, anstatt ihn richtig zu genießen. Aber wir hatten ja noch drei Tage.
Salzwasser, Trampoline und ein Shoppingzentrum größer als alle in Graz
Am nächsten Morgen begann der Urlaub dann richtig. Nach dem Frühstück packten wir unsere Badesachen und fuhren zum Strand. Das Meer war unglaublich sauber und klar. Nur mit dem Salzwasser hatte ich meine Probleme. Ohne Taucherbrille brannten meine Augen, wenn ich sie unter Wasser öffnete. Und wenn man aus Versehen Salzwasser schluckt, ist das ebenfalls nicht gerade angenehm.
Trotzdem genoss ich das Schwimmen. Besonders lustig war ein Trampolin mitten im Wasser. Für einen Moment fühlte sich der Urlaub genau so an, wie man sich einen perfekten Sommertag vorstellt.
Später fuhren wir nach Pula und besuchten das Einkaufszentrum Max City. Ich hatte schon einige Einkaufszentren in Graz gesehen, aber Max City kam mir riesig vor. Es wirkte größer als die Einkaufszentren, die ich aus Graz kenne. Viele Geschäfte waren mir völlig unbekannt, weil es kroatische oder regionale Marken waren.
Wir kauften Zuckerwatte, schauten bei Pepco vorbei und entdeckten Geschäfte, die wir aus Österreich nicht kannten. Man merkt erst beim Einkaufen, wie anders ein Land sein kann, obwohl man eigentlich nur wenige Stunden von zu Hause entfernt ist.
Doch dann entdeckte ich etwas, das ich in meinem Leben noch nie gesehen hatte: Red-Bull-Eis.

Natürlich musste ich es probieren. Der erste Löffel war gleichzeitig mein letzter. Es schmeckte so ungewöhnlich, dass ich schnell genug davon hatte. Trotzdem musste ich lachen. Allein die Tatsache, dass jemand auf die Idee gekommen war, Red Bull in Eis zu verwandeln, war für mich schon eine kleine Urlaubsgeschichte.
Am Abend fuhren wir zurück nach Rovinj. Wir schauten Fernsehen, gingen auf den Balkon und genossen den Sonnenuntergang. Viel musste an diesem Abend gar nicht mehr passieren. Am nächsten Tag sollte allerdings der Höhepunkt unserer Reise kommen.
Drei Delfine und ein ziemlich glücklicher Moment
Für diesen Tag hatten wir eine Delfin-Bootstour gebucht. Schon früh fuhren wir nach Pula und erkundeten die Stadt. Besonders beeindruckt haben mich die alten Gebäude und die kleinen Geschäfte entlang der Straßen. Manche verkauften Kleidung, Trikots, Kappen und andere Dinge, die man in dieser Form bei uns nicht so häufig sieht.
Dann entdeckten wir das römische Amphitheater von Pula. Plötzlich stand man vor einem Bauwerk, das vor fast 2.000 Jahren entstanden ist und immer noch mitten in der Stadt steht. Wir kletterten hinauf, schauten uns das Innere an und stellten uns kurz vor, wie es dort früher ausgesehen haben muss.
Doch irgendwann mussten wir weiter. Unser Boot wartete nicht. Als wir uns dem Treffpunkt näherten, sahen wir bereits die ersten Quallen im Wasser. Dann begann die eigentliche Reise.
Auf dem Boot lernten wir unter anderem Jamal kennen. Er war Muslim, unglaublich freundlich und half uns während der Fahrt immer wieder. Auch die anderen Gäste waren offen und freundlich. Die meisten kamen aus Deutschland, einige aus England.
Die ersten Minuten auf dem Meer waren noch ruhig. Dann plötzlich ein Schrei. Eine Frau auf dem Boot zeigte aufgeregt ins Wasser. Für einen kurzen Moment dachte ich, etwas Schlimmes sei passiert. Doch dann verstand ich den Grund für ihre Aufregung: Ein Delfin. Alle suchten sofort das Wasser ab.
Ich hatte Glück. Mein Handy war gerade in meiner Hand. Ich sah den Delfin und konnte ihn fotografieren, bevor er wieder unter der Wasseroberfläche verschwand. Doch das war erst der Anfang.


Fünf Sekunden, die man nicht planen kann
Je weiter wir hinausfuhren, desto gespannter wurden wir. Über Lautsprecher bekamen wir Informationen über die Umgebung und die Inseln. Wir erfuhren auch einiges über die Geschichte des Nationalparks, den wir besuchten.
Rund um uns waren mehrere Boote unterwegs. Jeder suchte nach den Tieren. Und genau das machte es spannend: Niemand wusste, ob wir überhaupt noch einmal einen Delfin sehen würden.
Dann entdeckte ich wieder einen. Ich ging an die Seite des Bootes und holte mein Handy heraus. Der Delfin tauchte auf, verschwand wieder und kam erneut an die Oberfläche. Kurz darauf sah ich sogar mehrere Tiere zusammen. Insgesamt konnte ich bis zu drei Delfine gleichzeitig beobachten. Es waren nur wenige Sekunden, in denen sie aus dem Wasser auftauchten, aber das reichte, um uns alle zu begeistern.
Ich hatte vorher natürlich schon Delfine auf Fotos und Videos gesehen. Doch wenn ein Tier plötzlich direkt vor einem aus dem Meer auftaucht, fühlt es sich komplett anders an. Man kann noch so viele Bilder im Internet gesehen haben – auf einmal steht man selbst dort und versucht verzweifelt, den richtigen Moment mit dem Handy festzuhalten. Und natürlich verschwand der Delfin jedes Mal genau dann, wenn man gerade fotografieren wollte.

Fisch, Sonnenuntergang und das offene Meer
Auf der Rückfahrt gab es Abendessen. Serviert wurde Fisch mit Salat und Getränken. Die Portion war zwar nicht besonders groß, aber der Fisch war für mich eines der besten Essen der gesamten Reise.
Während wir zurückfuhren, wurde es langsam dunkler. Der Sonnenuntergang färbte den Himmel und spiegelte sich auf dem Wasser. Wir unterhielten uns mit den anderen Gästen und genossen einfach die Fahrt. Keine Schule. Keine Hausaufgaben. Kein Alltag. Nur das Meer, Musik, fremde Menschen und ein Sonnenuntergang.
Als wir später wieder anlegten, waren wir müde, aber zufrieden. Wir hatten einen Tag erlebt, den man nicht einfach wiederholen kann.

Der letzte Tag: Zwischen Souvenirs und Abschied
Der letzte Tag war für mich gleichzeitig der unspektakulärste und trotzdem wichtig. Wir gingen noch einmal in das Einkaufsviertel rund um das Kaufland. Dort besuchten wir verschiedene Geschäfte, unter anderem Müller und andere Läden, die wir aus Graz nicht kannten. In einem Touristengeschäft kauften wir Souvenirs für Freunde. Für unseren Kühlschrank nahmen wir mehrere Magnete mit. Auf einem stand „Rovinj“. Danach hieß es Abschied nehmen. Wir packten unsere Sachen ins Auto und machten uns auf den Rückweg nach Österreich.
Ein letzter Halt in Slowenien
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp in Portorož in Slowenien. Dort aßen wir Fisch und gingen ein wenig durch den Ort. Die Gegend war wunderschön, allerdings waren auch die Preise deutlich höher, als wir es aus Kroatien gewohnt waren.
Je näher wir Graz kamen, desto müder wurden wir. In Maribor merkten wir endgültig, dass die Reise langsam vorbei war. Nach mehreren Tagen voller neuer Eindrücke, langer Autofahrten, Meer, Shopping und Delfinen wollten wir eigentlich nur noch nach Hause.
In Graz schleppten die Koffer ins Haus und brachten danach auch den Mietwagen zurück. Der Urlaub war vorbei.

Was bleibt
Wenn ich an die Reise zurückdenke, fallen mir die kleinen Momente ein: die Frau, die uns mit offenen Armen empfangen hat, die Feigen aus ihrem Garten, das Salzwasser in meinen Augen, das riesige Einkaufszentrum und vor allem der Moment, in dem plötzlich ein Delfin aus dem Wasser sprang.
Unser Urlaub hatte eigentlich schon vor der Abfahrt mit einem Problem begonnen. Unser eigenes Auto war kaputtgegangen und wir wussten zunächst nicht einmal, ob wir überhaupt fahren konnten. Am Ende wurde gerade dieser Umstand Teil unserer Geschichte.
Wenn ich heute an Rovinj zurückdenke, sehe ich vor allem eines: blaues Meer, einen Sonnenuntergang und drei Delfine, die für ein paar Sekunden aus dem Wasser auftauchen.

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