Während die warme Abendluft noch auf meinem Balkon steht, sitze ich mit meinem Notizbuch in der Hand da. Irgendwo zirpen Grillen, der Tag geht langsam zu Ende, und ich nehme meinen Stift zur Hand. Statt sofort zum Handy zu greifen, schreibe ich auf, was diesen Sommertag besonders gemacht hat – lustige Momente mit Freunden, kleine Gedanken oder Erinnerungen, die ich nicht vergessen möchte. Genau das gehört für mich zum Sommer. Mein Hobby ist Journaling.
Dabei schreibe ich nicht einfach nur auf, was ich den ganzen Tag gemacht habe. Ich halte besondere Momente fest, klebe Fotos oder Eintrittskarten ein, male kleine Zeichnungen oder schreibe einfach alles auf, was mir gerade durch den Kopf geht. Mein Journal ist irgendwie eine Mischung aus Tagebuch, Erinnerungsalbum und kreativem Chaos.
Zufälliger Anfang
Angefangen habe ich damit eher zufällig. Mittlerweile gehört es fast zu meiner Abendroutine. Nach einem langen Sommertag macht es Spaß, alles noch einmal Revue passieren zu lassen. Und ehrlich gesagt: Mein Gedächtnis ist manchmal so gut wie der Akku meines Handys nach einem Festivaltag – nämlich ziemlich leer. Da ist es praktisch, wenn alles im Journal steht.
Natürlich wollte ich auch wissen, was andere von meinem Hobby halten.
Meine Freundin Marie musste erst lachen, als sie davon gehört hat. „Ich dachte zuerst: Du schreibst ernsthaft freiwillig in den Ferien?“, erzählt sie grinsend. „Aber als ich dein Journal gesehen habe, fand ich es richtig schön. Es ist viel kreativer, als ich erwartet hätte.“
Kleine Zeichnungen gehören dazu
Ganz anders reagierte mein Freund Daniel. Für ihn war Journaling zuerst einfach nur „Tagebuch schreiben“. Nachdem er ein paar Seiten durchgeblättert hatte, änderte sich seine Meinung aber schnell. „Eigentlich ist das wie ein persönliches Erinnerungsbuch. Und die kleinen Zeichnungen machen das Ganze noch cooler.“
Auch meine Familie kennt mein Hobby inzwischen ziemlich gut. Meine Mutter meint oft: „Ich finde es schön, dass du dir bewusst Zeit für dich nimmst. Außerdem bist du dadurch erstaunlich oft nicht am Handy – das erlebt man heutzutage ja fast schon als Wunder.“
Mein Vater sieht das etwas praktischer. „In zehn Jahren wirst du froh sein, dass du das alles aufgeschrieben hast“, sagt er. „Ich wünschte, ich hätte früher auch mehr Erinnerungen festgehalten.“
Besonders mag ich am Journaling, dass es keine Regeln gibt. Manche Seiten sind bunt und voller Sticker, andere bestehen nur aus ein paar Sätzen. Manchmal schreibe ich eine halbe Stunde, manchmal nur fünf Minuten. Es muss nicht perfekt sein – schließlich ist es mein Journal und kein Kunstwettbewerb.
Besondere Momente festhalten
Auch wenn meine Freunde ihre Ferien lieber mit Sport oder Ausflügen verbringen, gehört Journaling für mich einfach dazu. Es hilft mir, besondere Momente festzuhalten und später noch einmal in den Sommer einzutauchen. Und wer weiß – vielleicht lachen meine Freunde heute noch darüber. Spätestens in ein paar Jahren werde ich aber diejenige sein, die sich an jeden lustigen Ferienmoment erinnern kann.
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