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Zwei Jahre ohne Smartphone im Unterricht  

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10.09.2025
2 Min.

Seit mehr als einem Jahr gibt es an unserer Schule eine strenge Handyregelung: Jeden Morgen müssen wir unser Handy abgeben, und erst nach dem Unterrichtsende bekommen wir es zurück. Die Regel wurde eingeführt, um uns dabei zu helfen, uns besser auf den Unterricht zu konzentrieren und weniger abgelenkt zu sein. Doch wie hat sich diese Änderung auf unseren Schulalltag ausgewirkt?

In der Handygarage werden tagsüber die Handys aufbewahrt .
In der Handygarage werden tagsüber die Handy's aufbewahrt (Foto: Silvia Pachinger , MS 17)


Co-Autor: Bartosz Firszt

Wir SchülerInnen haben uns daran gewöhnt und viele sehen in der Regelung auch positive Seiten. Ohne Handy gibt es im Unterricht deutlich weniger Ablenkung. Statt auf Nachrichten oder Social Media zu achten, können wir uns besser auf den Unterricht konzentrieren. In den Pausen wird nun wieder mehr miteinander gesprochen, und es gibt weniger Online-Mobbing, weil niemand sein Handy für gemeine Kommentare benutzen kann.

Trotzdem gibt es auch Nachteile. Einige von uns vermissen die nützlichen Funktionen ihres Smartphones, zum Beispiel den Taschenrechner. Besonders in Notfällen fühlt man sich manchmal unsicher, nicht sofort die Eltern erreichen zu können.

Unsere Lehrkräfte hingegen sind meistens zufrieden mit der Regelung. Sie berichten, dass wir nun konzentrierter arbeiten und die Atmosphäre im Klassenzimmer ruhiger sei. Negativ wird der Zeitaufwand gesehen, denn es fehlen durch das Einsammeln und Austeilen wertvolle Minuten vom Unterricht.

Insgesamt scheint die Regelung also mehr Vorteile als Nachteile zu haben. Eines ist aber klar: Unser Schultag hat sich durch das Wegsperren der Handys verändert.

Warum wurde die Regel eingeführt?

Frau Direktor Sonja Ablinger erklärte, dass die frühere Regel, Handys im Spind zu lassen, nicht funktioniert habe, da SchülerInnen diese in den Pausen dennoch genutzt hätten. Dadurch sei es zu Ablenkungen, Missbrauch und Problemen, etwa beim Abschreiben, gekommen. Daher habe man beschlossen, die Handys morgens einzusammeln und erst nach Schulschluss zurückzugeben. So seien die SchülerInnen nun weniger versucht, die Geräte zu nutzen. Bei dringendem Bedarf könnten sie jederzeit über die Direktion oder Lehrer telefonieren. Frau Ablinger betonte, dass nicht nur Kritik, sondern auch positive Rückmeldungen von SchülernInnen gekommen seien, da einige die Regel als hilfreich empfänden, und es hilft, die Handys für ein paar Stunden sicher verwahrt zu wissen.

Gab es Beschwerden von den Eltern?

Sonja Ablinger berichtete, dass nur ein Vater von 320 Schülern Kritik geäußert habe, da sein Kind ihn nicht erreichen könne. Sie habe erklärt, dass dringende Telefonate jederzeit über die Direktion möglich seien, und damit sei das Problem gelöst gewesen. Insgesamt habe es von den Eltern auch positive Rückmeldungen zur Regelung gegeben.

Was passiert, wenn ein Handy gestohlen oder verloren wird?

Frau Ablinger erklärte, dass die Schule nicht verantwortlich sei, da niemand gezwungen werde, ein Handy mitzubringen. Geräte seien sicher im verschlossenen Kasten verwahrt. Wer Bedenken habe, könne das Handy zu Hause lassen. Im Falle eines Diebstahls könne eine Anzeige erstattet werden, die Schule sei jedoch nicht haftbar



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