Wenn ich an den Beruf meines Vaters denke, sehe ich nicht nur einen großen Lkw auf der Straße. Ich sehe einen Familienbetrieb, der über Jahre gewachsen ist und eng mit unserer Familie verbunden ist. Mein Opa hat das Transportunternehmen aufgebaut, später hat mein Vater es übernommen. Schon als Kind habe ich erlebt, wie viel Arbeit, Verantwortung und Zeit dahinterstecken. Meistens sehe ich meinen Vater nämlich nur am Wochenende.
Mein Vater fährt hauptsächlich nach Deutschland und transportiert Kühlschränke für Liebherr. Früher war er dabei nicht alleine unterwegs. Drei weitere Fahrer waren für das Unternehmen tätig. Heute fährt er wieder jede Tour selbst. Nicht, weil er es unbedingt so geplant hatte, sondern weil es zunehmend schwieriger geworden ist, gute und zuverlässige Fahrer zu finden.
Wenn Mitarbeiter fehlen
Ich merke, wie sehr sich die Situation verändert hat. Ein Lkw-Fahrer muss nicht nur sicher fahren können. Er trägt Verantwortung für das Fahrzeug und die Ladung, muss zuverlässig sein und ist teilweise lange unterwegs. Dazu kommen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten. Auch wenn man gerade noch gerne weiterfahren würde, muss man regelmäßig eine Pause machen.
Für viele Menschen scheint dieser Beruf deshalb immer weniger attraktiv zu sein. Auch mein Vater hat erfahren, wie schwierig es sein kann, jemanden zu finden, auf den man sich wirklich verlassen kann. Statt ständig neue Mitarbeiter zu suchen, übernimmt er viele Fahrten lieber selbst. Das bedeutet zwar mehr Arbeit für ihn, gibt ihm aber auch die Sicherheit, dass die Aufträge zuverlässig erledigt werden.
Ich glaube, dass man den Beruf für junge Menschen wieder interessanter machen müsste. Dabei geht es nicht nur um das Geld, sondern auch um die Arbeitsbedingungen und darum, wie viel Zeit man zu Hause verbringen kann. Vielleicht könnte man jungen Menschen auch schon früher zeigen, wie abwechslungsreich der Beruf eigentlich sein kann und welche Möglichkeiten es in der Transportbranche gibt.
Eine Tradition vor dem Ende?
Wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich, wie lange es den Familienbetrieb noch geben wird. Mein Vater sagt selbst eher, dass ich den Betrieb nicht übernehmen sollte. Ein Grund dafür ist, dass es immer schwieriger wird, gute Fahrer zu finden. Wenn man den Betrieb irgendwann alleine führen müsste, wäre das außerdem nicht unbedingt einfach oder angenehm.
Auch ich glaube eher nicht, dass ich den Betrieb übernehmen werde. Ich besuche derzeit die Handelsakademie in Lienz und kann mir meine berufliche Zukunft eher in einem Büro oder bei einer Bank vorstellen. Besonders das Arbeiten am Computer und abwechslungsreiche Aufgaben interessieren mich. Ich glaube deshalb, dass ein anderer Beruf besser zu mir passen würde.
Trotzdem finde ich es interessant, dass der Betrieb schon über zwei Generationen Teil unserer Familie ist. Auch wenn ich wahrscheinlich einen anderen Weg gehen werde, gehört der Betrieb zu unserer Familiengeschichte.
Einmal selbst im Lkw
Als ich klein war, bin ich einmal bei meinem Vater im Lkw mitgefahren. Für mich war das damals allerdings eher langweilig. Heute würde ich selbst wahrscheinlich auch nicht als Lkw-Fahrer arbeiten wollen. Ich kann mir meine Zukunft einfach eher in einem Büro oder bei einer Bank vorstellen.
Trotzdem hat mir die Fahrt einen kleinen Einblick in den Alltag meines Vaters gegeben. Wenn man nur einen Lkw auf der Straße sieht, denkt man wahrscheinlich nicht darüber nach, wie viel Arbeit dahintersteckt. Für meinen Vater bedeutet jede Fahrt Verantwortung und lange Zeit unterwegs zu sein.
Zwei Generationen, zwei Wege
Ich finde es spannend, wie unterschiedlich unsere Vorstellungen von der Zukunft sein können. Mein Opa hat den Anfang gemacht, mein Vater hat die Geschichte weitergeschrieben und eines Tages liegt es an mir zu entscheiden, welchen Weg ich selbst einschlage.
Denn manchmal muss die nächste Generation nicht dieselbe Strecke fahren. Manchmal beginnt hinter dem Lenkrad einfach eine neue Reise, Kilometer für Kilometer.
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