Ich sitze abends auf meinem Bett, das Handy noch in der Hand. Wie so häufig. Aber gedanklich bin ich oft schon viel weiter vorne. Immer wieder kommen diese Gedanken an die Zukunft auf. Was geschieht nach der Schulzeit? Studiere ich vielleicht etwas wie Psychologie oder doch eher etwas Kreatives? Oder merke ich erst viel später, was wirklich zu mir passt?
Es wird eh, oder?
Ich merke dabei, wie sehr mich diese Fragen eigentlich beschäftigen, auch wenn ich sie im Alltag oft verdränge. Besonders dann, wenn ich eigentlich lernen sollte oder mit Freunden unterwegs bin, schiebt sich dieser Gedanke leise dazwischen.
Es gibt keinen eindeutigen Plan, eher ein vages Gefühl im Hintergrund, das einfach nicht vergeht. Ich habe Ideen, aber nichts fühlt sich zu hundert Prozent richtig an. Manchmal versuche ich es zu ignorieren, aber es taucht wieder auf. Besonders in ruhigen Momenten, zum Beispiel abends, wenn alles still wird und ich nicht mehr abgelenkt bin. Dann bin ich hin- und hergerissen zwischen „es wird schon“ und „was, wenn nicht?“. Dieses Hin und Her fühlt sich an, als würde ich gleichzeitig vertrauen und zweifeln.
Überlastung aufgrund von Social Media
Wenn ich durch mein Handy scrolle, merke ich schnell, wie überfordernd das werden kann. Ich öffne vielleicht nur kurz Instagram oder TikTok, eigentlich nur für ein paar Minuten, und plötzlich ist eine halbe Stunde vorbei. Videos, makellose Leben, makellose Körper, makellose Augenblicke. Menschen in meinem Alter, die scheinbar genau wissen, was sie wollen, die reisen, erfolgreich sind oder einfach perfekt wirken.
Ich weiß zwar, dass es nur Ausschnitte sind, dass da Filter, gute Winkel und viel Auswahl dahinterstecken, trotzdem bleibt dieses Gefühl, nicht mithalten zu können. Besonders, wenn ich selbst gerade keine klare Richtung habe.
Es verunsichert mich mehr, als ich mir eigentlich eingestehen will. Ich ertappe mich dabei, mich mit Menschen zu vergleichen, die ich eigentlich gar nicht kenne. Eigentlich wollte ich nur kurz abschalten, vielleicht nach einem langen Schultag, aber danach bin ich oft unruhiger als vorher, mit noch mehr Gedanken im Kopf. Manchmal lege ich das Handy weg und merke erst dann, wie angespannt ich eigentlich geworden bin.
Verschwindet mit den kleinen Geschäften das Persönliche?
Wenn ich draußen unterwegs bin, fällt mir immer häufiger auf, dass viele kleine Geschäfte weniger besucht sind. In meiner Nähe gab es zum Beispiel einen kleinen Buchladen, in dem ich früher manchmal gestöbert habe, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Oder ein Café, in dem die Besitzer einen irgendwann wiedererkannt haben.
Heute gehe ich öfter an solchen Läden vorbei, und es wirkt stiller. Manche haben kürzere Öffnungszeiten, manche wirken fast leer. Stattdessen sind Einkaufszentren voll oder es wird direkt online bestellt.
Am Smartphone ist es meist bequemer
Ich nehme das wahr und finde es irgendwie schade. Diese kleinen Geschäfte hatten oft etwas Persönliches, ein kurzes Gespräch, eine Empfehlung, ein Gefühl von „man kennt sich ein bisschen“. Das fehlt online komplett.
Gleichzeitig merke ich aber auch, wie bequem es geworden ist, einfach alles am Handy zu bestellen. Ich mache das selbst, ohne lange nachzudenken. Und genau das fühlt sich manchmal widersprüchlich an. Ich vermisse etwas, das ich gleichzeitig selbst mit verdränge.
Social Media verstärkt Unsicherheit und Entfremdung
Wenn ich das alles zusammensetze, habe ich das Gefühl, dass sich gerade vieles verändert, im Außen und auch in meinem Kopf. Die Zukunft wirkt unsicher, Social Media verstärkt vieles und schafft gleichzeitig Distanz. Und selbst das Leben draußen verändert sich sichtbar, leise, aber spürbar.
Das Ganze fühlt sich größer an als ich selbst, als würde ich es nur teilweise verstehen. Manchmal fühlt es sich so an, als würde alles gleichzeitig schneller und komplizierter werden. Erwartungen, Möglichkeiten, Vergleiche. Alles ist ständig präsent.
Und ich frage mich: Finde ich wirklich meinen eigenen Weg, auch wenn ich ihn gerade noch nicht klar sehen kann? Oder treibe ich nur so dahin zwischen dem, was andere zeigen, und dem, was ich eigentlich selbst will? Vielleicht ist genau dieses Fragen schon ein Teil davon. Auch wenn es sich im Moment eher wie Unsicherheit anfühlt als wie ein klarer Plan.
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