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Hast du FOMO oder JOMO? Du weißt nicht, was das ist? Dann sage ich es dir

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04.04.2026
3 Min.

FOMO („Fear of Missing Out“) beschreibt die Angst, etwas zu verpassen, sei es ein Erlebnis, eine Nachricht oder das Leben anderer. Dieses Gefühl sorgt oft dafür, dass wir ständig aufs Handy schauen und immer up to date bleiben wollen. Dem gegenüber steht JOMO („Joy of Missing Out“): die bewusste Entscheidung, auch einmal nicht dabei zu sein und stattdessen Ruhe, Zeit für sich selbst und den Moment zu genießen. Bei vielen Jugendlichen schlägt FOMO leider JOMO.

Hast du Angst, etwas zu verpassen? Musst du immer dabei sein? Entspann dich lieber, FOMO tut dir nicht gut. JOMO ist besser! (Foto: Anna Dziubinska (Unsplash))

Schon wieder summt das Handy. Zum Glück ist noch ein Sitzplatz frei, ich hätte gerade echt keine Lust, die ganze Fahrt zu stehen. Hier eine Benachrichtigung, dort ein neues Update. Nachdem das geklärt ist, noch kurz auf TikTok oder Insta scrollen, und schon kommt eine weitere Nachricht!

Bei welcher Station muss ich überhaupt aussteigen? Die noch schnell beantworten, denn was, wenn es sich um etwas Wichtiges handelt? Dieses Lied gefällt mir aber besonders gut. Was wollte ich vorhin eigentlich nochmal machen? Tja, egal, wird mir schon noch einfallen. Bis dahin scrolle ich einfach noch ein wenig weiter…

Wenn das Gehirn filtert

Über deine Sinne werden Millionen von Informationen pro Sekunde ans Gehirn geliefert, obwohl du nur 40 bis 50 davon bewusst wahrnehmen kannst. Deshalb muss dein Gehirn extrem viel ausfiltern und nur ein winziger Teil kommt überhaupt bei dir an.

Wenn dein Hirn aber mit zu vielen intensiven, schnellen oder wechselnden Reizen konfrontiert wird, beispielsweise, wenn du viele Farben und Sounds gleichzeitig wahrnimmst oder pausenlos scrollst, ist dieses Filtersystem überfordert. Das führt dazu, dass deine Konzentration sinkt, du schneller müde oder unruhig wirst und sich „normale“ Dinge weniger spannend anfühlen. Hört sich das vielleicht bekannt an?

Schule, Lesen oder ruhige Gespräche fühlen sich anstrengender an, da sich dein Gehirn an „High-Speed-Reize“ gewöhnt. Du springst schneller zwischen Dingen hin und her und längeres Konzentrieren fällt dir schwer, weil dein Gehirn einen schnellen Wechsel erwartet und deine Aufmerksamkeitsspanne verkürzt. Stress nimmst du schneller und öfter wahr durch die vielen Eindrücke und auch „nichts machen“ bewirkt eine innere Unruhe. Echte Momente fühlen sich schwächer an als Online-Content und generell wirkt die Realität weniger intensiv und interessant für dich.

Was dein Gehirn braucht, um sich zu erholen, sind Pausen, Langeweile und ruhige Momente. Ja, das hört sich extrem langweilig an, aber nur dadurch kann sich dein Gehirn erholen. Diese Erholung ist zurzeit sogar im Trend und wird „Digital Detox“ genannt. Sie besteht daraus, sich weniger Reizen auszusetzen und Eindrücke langsamer wahrzunehmen, also mehr „normale“, alltägliche Wahrnehmungen zu erleben. Als Folge erscheint das Normale, der Alltag, wieder interessant und angenehm.

Weshalb FOMO das „Warum?“ beantwortet

FOMO, also die Angst, etwas zu verpassen oder an etwas nicht Teil zu haben, ist in der heutigen Zeit besonders verbreitet. Das liegt daran, dass du durch die sozialen Medien praktisch das Leben von Menschen auf der ganzen Welt mitverfolgen kannst, dabei aber Angst hast, etwas, beispielsweise in deinem eigenen Leben, zu verpassen. Kurz gesagt, verleitet dich FOMO nämlich dazu, dass du immer wieder zum Handy greifst und deine Nachrichten, Social-Media-Kanäle und weiteres checkst. Diese Gewohnheit kann zur Überstimulierung führen und das macht dich wiederum anfälliger für FOMO, da du unruhiger und gelangweilter bist.

JOMO statt FOMO

Im Gegensatz dazu steht „JOMO“ für „Joy Of Missing Out“, also „Freude, etwas zu verpassen“. Hier entscheidest du bewusst, was dir guttut und du hörst auch auf deine Bedürfnisse, statt dich selbst zu Dingen zu drängen. Statt zu denken „Ich verpasse etwas!“, denkst du, dass du Zeit für dich gewinnst. Dadurch erreichst du mehr Ruhe und befreist dich vom Druck der sozialen Medien. Jedoch musst du beachten, dass sozialer Kontakt sehr wohl wichtig ist. Wenn man sich zu sehr isoliert, kann sich das ebenfalls schädlich auf die Persönlichkeitsbildung und das Wohlbefinden auswirken, weshalb es auch hier wichtig ist, wie bei den meisten Dingen, die „Goldene Mitte“ zu finden.




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