Zu viel ist zu viel: Wir sollten das Recht auf weniger Tests und Schularbeiten haben

Manchmal denke ich mir: Warum dürfen Erwachsene so viel entscheiden und wir fast gar nichts? Dabei betrifft vieles auch unser Leben, zum Beispiel in der Schule oder in unserer Freizeit.

 

Ich wünsche mir weniger Tests und Schularbeiten! (Foto: shutterstock)

Die vergangenen Wochen waren echt hart. Ich hatte drei Tests und eine Schularbeit innerhalb von nur vier Tagen. Jeden Nachmittag saß ich stundenlang am Schreibtisch, habe gelernt und hatte trotzdem das Gefühl, nicht genug vorbereitet zu sein.

Für Sport oder Freunde blieb kaum Zeit, und ich bin jeden Morgen schon gestresst in die Schule gegangen. Am schlimmsten war, dass wir zwar alle gemerkt haben, wie viel es ist, aber niemand hat uns gefragt, ob die Termine vielleicht anders gelegt werden könnten.

Weniger ist mehr

Genau deshalb wünsche ich mir ein Recht, bei dem Kinder und Jugendliche mehr mitentscheiden dürfen, vor allem in der Schule. Wenn mehrere Tests in einer Woche geplant sind, könnten wir gemeinsam mit der Klasse besprechen, ob wir sie besser verteilen können. Wir Schülerinnen und Schüler spüren schließlich am besten, wann es zu viel wird. Es geht nicht darum, weniger zu leisten, sondern darum, fair behandelt und ernst genommen zu werden. Wenn Erwachsene uns mehr zuhören würden, wäre die Schule vielleicht gerechter – und wir hätten auch mehr Motivation hinzugehen.

Mitbestimmung betrifft aber nicht nur Tests. Auch bei Regeln oder bei der Gestaltung der Pausen könnten wir einbezogen werden. Manche möchten sich in der Pause ausruhen, andere brauchen Bewegung, um den Kopf frei zu bekommen. Oft gibt es jedoch zu wenige Möglichkeiten oder feste Regeln, bei denen wir nicht mitreden durften. Dabei verbringen wir jeden Tag viele Stunden in der Schule, deshalb sollte unsere Meinung zählen.

Gleiche Chancen und Respekt für alle

Außerdem wünsche ich mir, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben, egal, woher sie kommen oder wie viel Geld ihre Familie hat. Manche können sich Nachhilfe, Ausflüge oder teure Schulmaterialien leisten, andere nicht. Das ist unfair, weil Bildung eigentlich für alle gleich sein sollte.

Zum Beispiel können manche Kinder bei einem Schulausflug nicht mitfahren, weil es zu teuer ist. Sie verpassen dadurch nicht nur Spaß, sondern auch wichtige gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen. Jeder sollte die gleiche Unterstützung bekommen, damit alle gut lernen und dazugehören können.

Ich finde auch, dass das Recht auf Respekt sehr wichtig ist. Niemand sollte wegen seines Aussehens, seiner Sprache oder seiner Herkunft ausgelacht oder ausgeschlossen werden. Trotzdem passiert das in der Schule leider manchmal. Kinder, die „anders“ wirken, fühlen sich dann traurig und allein. Dabei sollte Schule ein Ort sein, an dem sich jeder sicher und akzeptiert fühlt.

Wenn diese Rechte – Mitbestimmung, gleiche Chancen und Respekt – stärker umgesetzt würden, würden sich viele Kinder wohler und sicherer fühlen. Ich glaube, dann würden sich auch mehr trauen, ihre Meinung zu sagen. Und vielleicht wäre unsere Gesellschaft dadurch ein Stück freundlicher und gerechter für alle.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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