Alfred Kiendl trinkt um acht Uhr morgens genüsslich seinen Kaffee und liest die Zeitung – eine Ruhe, die er sich nach mehr als fünfzig Jahren als Steuerberater verdient hat. „Das Schönste an der Pension“, sagt mein Vater, „ist die Ruhe.“ Früher klingelte zu dieser Zeitpunkt bereits das Telefon, heute hingegen genießt er die Stille.
Die Tätigkeit als Steuerberater
Alfred Kiendl arbeitete in der Steuerberatungskanzlei Kiendl Großschedl Pußwald. Als Steuerberater nutzte er sein Fachwissen, um Vermögen so optimal wie möglich zu sichern, immer innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Immer wieder stellte er sich die Frage, wie er die bestmöglichen wirtschaftlichen Chancen bei minimalen Steuern für seine Kunden erreichen kann.
Vertrauen bildet die Grundlage der Beratung
Steuerberater beraten sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte. „Steuerberater müssen in erster Linie das Vertrauen der Menschen gewinnen. Ohne Vertrauen geht nichts“, betont Kiendl. Jeder Mensch ist anders, und darauf passen sich Steuerberater bei Bedarf an, um die individuelle Situation bestmöglich zu berücksichtigen.
Leidenschaft für den Beruf
Herr Kiendl erzählt, dass sein Beruf sein Lebensinhalt war. Er arbeitete täglich, ob im Büro oder zu Hause, und es bereitete ihm Freude, unter Menschen zu sein. Vier Generationen von Familien beriet er über Jahrzehnte, und jede von ihnen schenkte ihm ihr volles Vertrauen.
Ein typischer Arbeitstag
Alfred Kiendl wachte jeden Morgen um sechs Uhr auf und setzte sich sofort an seinen Schreibtisch. Schon am Vorabend hatte er überlegt, wie er seinen Kunden helfen kann. Bis acht Uhr arbeitete er zu Hause, dann fuhr er in sein Büro nach Weiz, wo er weitere sechs Stunden verbrachte. Müde kam er nach Hause, legte sich kurz hin, aß und setzte sich danach wieder an die Arbeit, bis er schließlich so erschöpft war, dass er nur noch ans Schlafen denken konnte. So verliefen seine Tage, oft auch an Wochenenden, über mehr als fünfzig Jahre.
Schwere Momente
Sein Beruf brachte auch schwierige Entscheidungen mit sich. Besonders herausfordernd war die Betreuung wohlhabender Kunden. Bei einem Fall stand ein Kunde mit mehreren zehntausend Euro auf dem Spiel und vertraute meinem Vater voll. Nächtelang grübelte er über Lösungen, begleitet von mehr als zwanzig Tassen Kaffee, bis er schließlich einen Weg fand. An diesem Tag wurde ihm im Büro besondere Anerkennung zuteil, da niemand sonst dem Kunden hätte helfen können.
Schöne Momente im Berufsleben
Besonders schön fand Alfred Kiendl die Momente nach einem langen Arbeitstag. Manchmal schaute er Nachrichten oder las die Zeitung, doch am liebsten verbrachte er seine Zeit mit der Familie. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer und stand immer offen für alle Arten von Problemen, sei es bei Hausaufgaben für meine Schwester und mich oder bei Sorgen seiner Kunden. Eines ist sicher: Für ihn stand und steht die Familie immer an erster Stelle. Mit Respekt, Engagement und Menschlichkeit behandelte er alle, die ihm begegneten.
Sind Steuerberater also wirklich so langweilig, wie viele denken? Im Gegenteil! Sie sind kluge, innovative Köpfe, die Menschen aus der Patsche helfen.
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