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Worte, die das Lächeln rauben: Die bittere Realität von Hass im Netz.

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Redakteurin · College Rookie Team
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08.05.2026
4 Min.

Am 8. Mai nahm ich an einem spannend Onlinemeeting teil. Wir konnten Fragen über die Themen digitaler Hass und Meinungsfreiheit an den Experten Jörg Matthes stellen, der Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien lehrt. Auch wenn ich schon einiges darüber wusste, war mir vieles neu und konnte das Thema mal von einer anderen Perspektive betrachten.

Gefangen im Feed: Wenn aus harmloser Unterhaltung bitterer Ernst wird. (Foto: Shutterstock)

Jeden Tag beschäftigen wir uns mit unserem Handy und erwischen uns dabei, wie wir durch Social Media scrollen. Social Media hat zwar Vorteile aber ebenso Nachteile. Ein großer Nachteil ist der Hass. Wer auf Social Media unterwegs ist, hat automatisch das Recht, seine freie Meinung zu äußern. Jedoch nutzen das täglich Menschen aus. Sie geben Hasskommentare ab, die viele verunsichern und traurig machen. Diese Kommentare können verletzend sein und das Lächeln aus einem Gesicht zaubern. So traurig es sich auch anhört, es ist die Realität. Mit einem bösen Kommentar können wir unbewusst eine Menge anrichten. Das Schlimmste daran ist, dass wir einen Teil dazu beitragen und oft zu Mittätern werden.

Was Hass im Netz ist

Hassrede richtet sich meist gegen Eigenschaften, die Menschen nicht oder nur schwer ändern können. Viele können nichts für ihre Herkunft, Hautfarbe, Religion sowie Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Behinderungen, Krankheiten. Jedoch nutzen das ein paar Menschen aus und demütigen sie.

Unter Hass im Internet sind Beiträge zu verstehen, die Menschen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale gezielt abwerten, angreifen oder bedrohen. Herabwürdigende Schimpfwörter oder das Lächerlichmachen von Personen, Bedrohungen, Lügen und Verleumdungen, um eine Person schlecht zu machen, Volksverhetzung – das alles und vieles mehr gehört zum Hass im Netz.

Wenn Freude auf Hass trifft

Zum Beispiel sehen wir eine festere Frau in einem Video tanzen und denken uns nichts dabei. Wiederum andere nutzen das Video aus, um ihren Hass darunter zu verbreiten oder sich darüber lustig zu machen. Sie schreiben vielleicht darunter ,,Omg, wie fett sie ist“ oder ,,Mit ihrem Gewicht würde ich mir nicht trauen so zu tanzen“. Diese Kommentare können verletzend für die Frau sein, die das Video gepostet hat. Möglicherweise hat sie Freude oder sogar Spaß daran gehabt, so etwas öffentlich zu posten. Durch solche negativen Kommentare wird sie vielleicht traurig und traut sich beim nächsten Mal nicht mehr.

Viel getan, wenig erreicht?

Matthes meint, die Plattformbetreiber müssten mehr gegen den Hass im Netz tun. Sie täten mehr als früher, betont er, es reiche aber noch nicht. Ihre Maßnahmen seien noch nicht ganz ausgereift. TikTok und die Meta-Plattformen setzen massiv auf Künstliche Intelligenz, um Hasskommentare automatisch zu erkennen und zu löschen. Seit dem Digital Services Act der EU müssen große Plattformen illegale Inhalte schneller löschen und Risikoberichte vorlegen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Sicherheit um jeden Preis?

Über das Thema gibt es verschiedene Meinungen. Wie lässt sich der Hass vermeiden, ohne die freie Meinungsäußerungen und den friedlichen Austausch zu stören? Eine srengere Regulierung könnte zu weit gehen und vieles kaputt machen, das wertvoll ist und Social Media ausmacht. Durch strenge Kontrolle könnten der Staat oder Plattformen wie TikTok kritische Meinungen einfach löschen.

Warum sich Hass im Netzt so schnell verbreitet

Dass sich Hass im Internet oft schneller und heftiger verbreitet als im direkten Gespräch, liegt an einer Kombination aus psychologischen Faktoren und technischer Struktur.

Im Internet verhalten sich Menschen oft ungehemmter und aggressiver als im echten Leben, da sie dem Gegenüber nicht in die Augen sehen. Dadurch fehlt die Reaktion des Gegenübers und das Mitgefühl, sodass die Täter ungehemmt immer weiter beleidigen. In einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht gibt es soziale Regeln und sofortige soziale Folgen. Online fühlen sich viele Angreifer sicher und unantastbar und sehen keine Konsequenzen für ihre Taten.

Die Verantwortung der Plattformen

Plattformen wie TikTok und Instagram sind rechtlich nicht mehr unantastbar, sondern durch EU-Gesetze, wie den Digital Services Act, verantwortlich gemacht. Durch die gesetzliche Löschpflicht müssen sie einfache Meldesysteme bereitgestellen, um hasserfüllte Inhalte nach Kenntnisnahme zügig zu prüfen und zu entfernen. Die Anbieter müssen offenlegen, wie ihre Algorithmen funktionieren, damit Hass nicht künstlich verbreitet wird. Bei Verstößen drohen Bußgelder in Milliardenhöhe. User haben das Recht auf Prüfung ihrer Meldungen und können sich bei Untätigkeit der Plattform an offizielle staatliche Beschwerdestellen wenden.

Wie die KI den Hass verändert

Die Zukunft des digitalen Hasses wird durch KI maßgeblich geprägt. Hasskampagnen werden durch generative KI massiv beschleunigt und verbilligt. KI-gestützte Systeme können koordinierte Angriffe über mehrere Kanäle gleichzeitig steuern. Solche Systeme können künstlich öffentlichen Konsens vortäuschen und demokratische Debatten im Stillen verzerren.

KI-generierte Fake-Inhalte werden kaum noch von der Realität zu unterscheiden sein. Sie werden zu digitalen Waffen, um Menschen falsche Aussagen zu unterstellen oder Unwahrheiten über sie zu verbreiten.

Was tun?

Gegen Hass im Netz vorzugehen, erfordert also Handeln, technologische Lösungen und rechtliche Konsequenzen. Positive Kommentare können helfen, die Bedeutung der Hasskommentare zu durchbrechen und unentschlossene Mitlesende zu erreichen. Man sollte die Betroffenen durch positive Kommentare unterstützen, damit sie sich nicht alleine mit ihrer Meinung und Emotionen fühlen. Wenn die Kommentare nichts bringen, sollte man das Gespräch beenden, um den Hatern keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken.

Ein hilfreicher Schritt, um den Hass im Internet aus dem Weg zu gehen, ist hasserfüllte Beiträge direkt bei den Plattformen zu melden und wichtige Beweis zu dokumentieren. Wenn das alleine nicht reicht und der Hass schon zu Straftaten hinübergeht, sollte man das bei der Polizei melden und anzeigen.

Das Wichtigste für Betroffene von Hass im Netz ist es, sich einer Vertrauensperson anzuvertrauen, anstatt tatenlos zuzusehen, wie die eigene Psyche daran zerbricht.



 





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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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