Wo KI heute schon in der Medizin arbeitet

Wenn ich an medizinische KI denke, sehe ich Computer, die Ärztinnen und Ärzte unterstützen, indem sie riesige Datenmengen in Sekunden auswerten. Im Alltag begegnet sie mir längst: Fitness-Tracker zählen Schritte, messen den Puls und analysieren meinen Schlaf. Doch was kann KI in der Medizin wirklich leisten – und wo stößt sie an ihre Grenzen?

Dieses Bild zeigt einen Arzt der gerade einen Patienten behandelt (Foto: Pixabay)

KI liest mit bei Diagnosen

Bei meiner Recherche habe ich erfahren, dass KI heute schon in vielen Bereichen von Medizin und Gesundheit eingesetzt wird. Besonders spannend finde ich die Analyse von Röntgen- oder MRT-Bildern. Programme können Auffälligkeiten auf Bildern erkennen, die auf Tumore oder Knochenbrüche hinweisen. Ein bekanntes Beispiel ist Google Health, das Systeme entwickelt hat, die bei der Erkennung von Brustkrebs auf Mammografie-Bildern helfen sollen. Auch in der Pathologie, also bei der Untersuchung von Gewebeproben, unterstützt KI Ärzt:innen dabei, schneller und genauer zu diagnostizieren.

Kann eine KI zuhören wie ein Mensch

Ein weiterer Bereich, in dem KI zum Einsatz kommt, sind digitale Gesprächsangebote. Manche Apps bieten Chatbots an, die psychotherapeutische Unterstützung leisten oder bei leichten seelischen Problemen helfen sollen. Hier frage ich mich: Kann eine KI tatsächlich zuhören wie ein Mensch? Einerseits erachte ich es als spannend, dass solche Angebote rund um die Uhr zur Verfügung stehen und vielleicht Hemmschwellen abbauen. Andererseits hat eine Maschine kein echtes Mitgefühl. Sie hört nicht zwischen den Zeilen, sie sieht keine Gefühle, sie reagiert nicht individuell. Daher halte ich KI als Therapeut sinnvoll als Ergänzung, nicht als Ersatz für echte Therapie.

Effizientere Abläufe im Krankenhaus

Auch in der Krankenhausversorgung hilft KI mit, bei der Organisation der Abläufe, etwa bei der Planung von OPs oder auch der Vorhersage, wie viele Betten gebraucht werden. So könnten die Abläufe effizienter werden. Für die Patientinnen und Patienten heißt das im besten Fall kürzere Wartezeiten und eine bessere Versorgung.

Chancen und Risiken liegen nah beieinander

Aber so viele Chancen ich sehe, sehe ich auch Risiken. KI-Systeme sind immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wurden. Sind diese Daten unvollständig oder einseitig, können falsche Entscheidungen entstehen. Und was ist mit Datenschutz: Wer hat Zugriff auf meine Gesundheitsdaten? Und kann ich sicher sein, dass sie geschützt sind?

Ich bin überzeugt, dass die Zukunft der Medizin durch KI geprägt sein wird. Möglicherweise werden Diagnosen schneller gestellt, Therapien individueller angepasst, Krankheiten früher erkannt. Aber ich hoffe, dass der Mensch dabei im Mittelpunkt bleibt. KI ist für mich ein Werkzeug, ein sehr leistungsstarkes, aber kein Ersatz für das Vertrauen und die Empathie zwischen Ärzt:innen und Patient:innen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die medizinische Universität Wien.

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