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Wirtschaftsbildung: Mehr ist nicht gleich besser!

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Volontär · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
02.03.2026
2 Min.

Stell dir vor, du schließt die Matura ab und dein richtiges, selbständiges Leben fängt an. Du beginnst zu studieren oder zu arbeiten und musst dich gegebenenfalls auch selbst finanziell über Wasser halten. Steuererklärungen, Abgaben und vieles mehr sind für dich Begriffe, mit denen du nichts anfangen kannst. – Dann fragst du dich: „Auf was haben mich zwölf Jahre Schule eigentlich vorbereitet?“

Wirtschaft ist das Fundament unserer Gesellschaft. Lernen wir früh genug, uns in dieses System zu integrieren und es zu verstehen? (Foto: Shutterstock)

Jeder von uns geht tagtäglich in die Schule, um vermeintlich wichtige Dinge zu lernen. Doch was bleibt wirklich hängen?

Unser Bildungssystem ist darauf ausgelegt, dass wir uns Fakten merken, die wir dann bei einem Test oder einer Schularbeit möglichst ähnlich wiedergeben können. Auch wenn das nicht in jedem Fach gleichermaßen der Fall sein mag, führt das bei vielen Schüler:innen dazu, dass Themen teils gar nicht verstanden, sondern nur für die Prüfung im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert werden. Einer Umfrage der Kleinen Zeitung zufolge vergessen rund 77 Prozent der Lernenden den Stoff nach der Prüfung sofort. Die Frage, ob das Schulsystem so gut ist, wie es ist, zu beantworten, würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Natürlich lernen wir in Gegenständen wie Mathe grundlegende Dinge, wie Kopfrechnen sowie einiges mehr. Außerdem lernen wir in naturwissenschaftlichen Fächern, unsere Welt besser zu verstehen. Das ist auch gut so! Aber braucht unser altmodisches Schulsystem ein Upgrade? Eine Erweiterung? Vorbereitung auf das Leben nach der Schule?

Genau hier möchte ich mit der Debatte anknüpfen, ob ein Wirtschaftunterricht an österreichischen Schulen uns Jugendlichen im Leben weiterhelfen würde, oder wir nur wieder Dinge auswendig lernen würden, die wir sowieso nach der nächsten Prüfung wieder vergessen.

 

Multiperspektivisch

„Hey, schau mal! Wir haben jetzt zweimal die Woche Wirtschaftsunterricht! Ich hab keinen Bock auf noch mehr Tests.“

Es ist leicht zu behaupten, dass wir finanzielle Bildung brauchen. Ist das aber wirklich sinnvoll umsetzbar oder mehr oder weniger eine Zeitverschwendung? Genau das habe ich zusammen mit einem Klassenkameraden ausführlich diskutiert, um verschiedene Meinungen miteinzubeziehen. Wir haben die bereits erwähnte Umfrage und persönliche Erfahrungswerte in unser Endergebnis miteinfließen lassen.

Aus der relativ langen Konversation haben wir folgende Schlüsse ziehen können:

-             Ja, man muss sich irgendwann einmal mit unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem vertraut machen, um später im Berufsleben nicht benachteiligt zu sein.

-             Praxis: So lernt der Mensch am besten. Was bringt es uns, irgendwelche PowerPoint-Präsentation über Steuern und das Wirtschaften anzusehen, wenn die meisten von uns selber noch nicht einmal gearbeitet haben?

Wir sind schließlich auch zu einer Antwort gekommen, die für uns am plausibelsten klingt. Ein weiteres Fach, das ganz speziell die Wirtschaft unserer Gesellschaft anzielt, ist unnötig. Wir haben jetzt bereits das Fach GWB (=Geografie und wirtschaftliche Bildung) und befürworten vielmehr eine Erweiterung des Wirtschaftszweiges dieses Fachs, anstatt die Einführung eines neuen.

 








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