Ich beobachte in letzter Zeit immer öfter, wie wenig sich Menschen eigentlich an Dinge erinnern. Schon vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass sich kaum jemand merkt, was andere sagen. Vor kurzem hat mir eine Freundin erzählt, wie sie ihren Geburtstag verbringen wird, nichts Großes, einfach etwas aus ihrem Alltag. Zwei Tage später habe ich ihr wieder die gleiche Frage gestellt. Solche Momente passieren mir inzwischen oft.
Nicht nur mir: Auch in Gesprächen mit meiner Familie merke ich, wie schnell Gesagtes wieder verloren geht. Man erzählt etwas, und kurze Zeit später ist es, als hätte es dieses Gespräch nie gegeben. Ich frage immer häufiger nach, obwohl ich mir früher selbst die kleinsten Details merken konnte. Vielleicht liegt es am Stress oder am Alltag. Andererseits war mein Leben früher nicht unbedingt anders als heute. Vielleicht liegt es auch einfach an meinem Umfeld.
Stille in den Pausen
Außerdem fällt mir auf, dass keiner meiner Klassenkameraden ohne Handy auskommt. In den Pausen sitzen alle an ihren Geräten, ich eingeschlossen. Eigentlich möchte ich das nicht, aber es fühlt sich an, als gäbe es keine Wahl. Es entstehen kaum noch Gespräche und auch sonst gibt es wenig Ablenkung. Im Alltag passiert scheinbar nichts mehr, worüber es sich lohnt zu erzählen. Manchmal gibt es kurze Momente, in denen jemand den Kopf hebt, als wolle er etwas sagen. Ein Satz beginnt und endet direkt wieder, weil niemand wirklich zuhört oder reagiert. Dann kehrt diese Stille ein. Und wenn doch etwas erzählt wird, gerät es schnell wieder in Vergessenheit.
Fremd trotz Vertrautheit
Genauso habe ich bemerkt, dass sich Menschen zunehmend mehr fremd anfühlen, selbst meine besten Freunde, die ich schon seit Jahren kenne. Neulich saß ich mit guten Freunden zusammen, mit denen ich schon seit Jahren Zeit verbringe. Wir haben geredet, gelacht und trotzdem hatte ich das Gefühl, als hätte ich sie nie wirklich gekannt und sie mich genauso wenig. Dieses Gefühl verschwindet meist schnell wieder, aber es kommt immer öfter zurück. Wir wirken wie Fremde, die sich bei jeder Begegnung neu kennenlernen.
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