Wir (Poesie)

Profile Image
Volontärin · Höhere Bundeslehranstalt für Wirtschaft & Mode
1 Kommentar
01.09.2026
1 Min.
Gedicht über unsere Generation und unsere unwiderruflichen, ungesagten Aufgaben (Foto: Sophia Knoll)

Wir (Poesie)

Wir reden zu leise

wir leben zu laut

Erst geben wir alles, dann geben wir auf

Wir blicken ins Feuer mit leuchtenden Augen,

Wir sind so bescheuert,

noch an Liebe zu glauben

Wir sind die Kaputten, die nicht funktionieren

doch wir kommen auf die Welt, um sie zu reparieren

Wir tragen zu viel und wir sagen zu wenig

Wir fallen zu tief, doch wir bleiben nicht liegen

Wir lachen im Regen,

obwohl wir erfrieren -

Wir gehen noch weiter, obwohl wir verlieren

Wir suchen nach Licht in den dunkelsten Ecken.

Wir lernen zu lieben,

obwohl wir uns erschrecken

Wir sind voller Schmerzen und trotzdem noch weich

Wir wollen nicht viel,

nur ein bisschen „Es reicht“.

Wir wollen gesehen werden, ohne zu erklären

Geliebt, ohne uns dafür zu verändern.

Wir sind nicht perfekt,

wir sind nicht aus Stein.

Wir dürfen zerbrechen und trotzdem noch sein.

Vielleicht ist genau das, was uns definiert:

Dass man trotz allem sein Herz nicht verliert.

Wir sind die, die zweifeln, und trotzdem noch hoffen.

Die Türen verschließen

und heimlich noch klopfen.

Wir müssen unsere Eltern nicht kapieren,

wir müssen dafür erst lernen, uns nicht selbst zu verlieren.

Und wenn wir am Ende nicht wissen, wohin,

dann bleiben wir kurz stehen und fragen: Wer bin ich?


Kommentare