Es kann viele Gründe haben, warum sich jemand entschließt, eine so schreckliche Tat zu vollziehen. Eines haben aber alle Täter gemeinsam: Sie haben ein Problem mit etwas oder jemandem. Oft spielen auch soziale Faktoren wie Mobbing oder Ausgrenzung eine Rolle.
Die meisten Täter sind zum Beispiel früher in der Schule gemobbt worden oder haben ein anderes Weltbild. Diese Personen leben zum Beispiel eine radikale Form von Religion aus oder sie mögen zum Beispiel den Nationalsozialismus. So gibt es allein im ersten Halbjahr 2025 siebenhundertsiebenundachtzig rechtsextreme Straftaten in Österreich. Natürlich sind die siebenhundertsiebenundachtzig Straftaten auch andere Straftaten als Morde. In Österreich wurden 2024 sechsundsiebzig Menschen ermordet, was im Gegensatz zu anderen Ländern der Welt wenig ist. Trotzdem ist es eine hohe Zahl, die im Vergleich zu früher zugenommen hat.
Der Kipppunkt
Einige Täter berichten, sie seien wie ferngesteuert oder außerhalb ihres Verstandes gewesen. Es handelt sich um einen Zustand, in dem das Bewusstsein für Konsequenzen abgeschaltet ist. Die Wahrnehmung verengt sich auf ein Ziel oder eine Idee, etwa Rache oder Selbstrechtfertigung. Andere Perspektiven oder moralische Bedenken werden ausgeblendet. Kriminalpsychologen wie Jens Hoffmann oder Helmut Kury beschreiben diesen Moment als eine „psychologische Entgrenzung“, bei der die innere Kontrolle versagt und die Tat als einziger Ausweg erscheint. In Interviews mit Tätern wird dieser Moment oft als plötzlich, unvermeidlich oder wie ein Film beschrieben.
Manchmal gibt es kein Zurück mehr, selbst wenn der Täter es versucht, zum Beispiel beim Attentat, das Claus Schenk Graf von Stauffenberg 1944 plante. Stauffenberg war Offizier der Wehrmacht und hatte ein Attentat auf Adolf Hitler vorbereitet. Selbst wenn er sich im letzten Moment dagegen entschieden hätte, die Tat auszuführen, hätte er wahrscheinlich nicht mehr in sein altes Leben zurückkehren können, da zu viele Leute etwas hätten verraten können.
Nach der Tat
Nach der Tat erleben viele Täter einen Zustand, in dem sie glauben, sie hätten gerade bei einer Tat nur zugeschaut. Viele Menschen, besonders solche, die normal keine kaltblütigen Verbrecher sind, empfinden nach der Tat starke Schuldgefühle. Sie können das Opfer nicht vergessen, leiden unter Albträumen, Depressionen oder Angstzuständen.
Situationen, die Morde rechtfertigen
Natürlich kann jede Person für sich selbst entscheiden, ob sie das für angemessen findet, aber es gibt Situationen, die in der Geschichte schon einmal „erlaubt“ wurden. Beispiele dafür sind Notwehr, Kriegszustand, Racheakte oder Tyrannenmord.
Kommentare