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Wie unser Essverhalten unseren Planeten zerstört

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Volontärin · HTL Wels
1 Kommentar
14.05.2026
4 Min.

Unsere Ernährungweise schadet unserer Umwelt mehr als uns oft bewusst ist. Die Tierindustrie verursacht enorme Mengen Treibhausgase, belastet Lebensräume, Artenvielfalt und Böden. Kann eine rein pflanzliche Lebensweise zu einer besseren und grüneren Zukunft beitragen?

Was wir täglich essen hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, Klima und auch auf die Umwelt. Doch was für einen Beitrag kann eine pflanzliche Ernährung für eine nachhaltigere Zukunft leisten? (Foto: StockSnap )

Stell dir vor, du stehst im Supermarkt vor der Kühltheke. Du greifst wie gewohnt nach Milch, Käse und Fleisch. Es wirkt für viele wie eine ganz normale Alltagssituation. Doch genau in diesem Moment laufen irgendwo auf der Welt riesige Stallanlagen auf Hochtouren, Regenwälder werden gerodet, Gewässer verschmutzt und Milliarden Tiere für unseren Konsum gehalten und geschlachtet. Was für uns alltäglich erscheint, hat für unseren Planeten massive Folgen.

Laut Daten der FAO (Food and Agriculture Organization der UN) emittiert die Tierindustrie jährlich rund 7,1 Billionen Kilogramm CO₂- das sind rund 14,5 Prozent der globalen Treibhausgase. Etwa 40 Millionen Quadratkilometer Acker- und Weideflächen werden für die Tierindustrie beansprucht, und rund 1.000 Milliarden Kubikmeter Wasser werden verbraucht. Nicht zuletzt werden jährlich etwa 85 Milliarden Landtiere, sowie über eine Billion Meerestiere geschlachtet.

Wie wirkt sich eine „normale“ Ernährung auf unsere Umwelt aus?

Diese erschreckenden Fakten sind das Ergebnis einer tierischen Ernährung. Eine Ernährung die nicht nur moralisch fraglich ist, sondern auch für unser Klima überaus schädigend ist. Sei es durch den hohen Treibhausgasausstoßes dieses Industriebereiches, die Zerrstörung von Naturgebieten, Verschmutze Gewässer, schlechter werdende Böden oder durch Überfischung und die damit verbundene Zerstörung der Meeresökosysteme.

Die positiven klimatischen Effekte einer veganen Ernährung

Laut einer 2022 von Peta veröffentlichten Studie, würde ein globaler Ausstieg aus der Tierwirtschaft in den kommenden 15 Jahren mit einer weltweiten Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung folgende Auswirkungen haben: die Emissionen würden bis zum Jahre 2100 um 68% senken. Zudem könnten die Treibhausgasemissionen für 30-50 Jahren stabilisiert werden.

Nach Modellrechnungen der Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature würden außerdem die dadurch eingesparten CO2 Emissionen die Hälfte der benötigten, um das Pariser Klimaziel zu erreichen- nämlich die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen. Veganismus reicht zwar allein nicht aus würde jedoch ein riesiger Schritt in die richtige Richtung sein.

Veganismus wirkt dabei vor allem über die Reduktion von Methan, Lachgas und CO2. Methan zum Beispiel ist ein über 20-mal effektiveres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid. Ein Treibhausgas, dass von Kühen, Ziege und Schafe bei der Verdauung ausstoßen wird. Würde man also den Tierbestand, der durch Massentierhaltung auf eine enorme Zahl gestiegen ist, reduzieren, so könnte hier angesetzt werden, um diesen verbrauch zu vermindern.

Auswirkungen auf Biodiversität und Lebensräume

Durch die jährliche Landrodung für die Tierwirtschaft von 6,7 Millionen Hektar kommt es zu einem Verlust an biologischer Vielfalt. Die Rodung von Regenwälder- etwa im Amazonasgebiet oder in Teilen Südostasiens- dient vor allem der Produktion von Futtermittel wie Soja und zur Schaffung von Weideflächen. Dadurch werden die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten zerstört und treibt somit auch die Artenkriese voran, so die Food and Agriculture Organization der UN. Die Böden werden außerdem durch die starke Beweidung und Futteranbau nachhaltig belastet. Die nährstoffreiche Humusschicht wird abgetragen, was somit auch die Fruchtbarkeit des Bodens vermindert.

Derzeit werden nur ca. 7 Prozent des gesamten Sojaertrags für Menschenverzehr angebaut während rund 80 Prozent als Futtermittel in die Tierindustrie benötigt werden. Würde man den Zwischenschritt vermeiden und den Sojaertrag nicht zuerst an die Tiere verfüttern, sondern direkt verzehren, könnten mehrere Millionen Quadratkilometer wieder regeneriert und auch aufgeforstet werden.

Wasser‑ und Bodenverschmutzung

Die Tierwirtschaft hinterlässt nicht nur Spuren in der Atmosphäre und im Boden, sondern auch in unseren Gewässern: Gülle, Stallmist und Düngemittel gelangen in vielen Regionen in Bäche, Seen und Grundwasser und führen dort zu einem unnatürlichen Überschuss an Stickstoff und Phosphor. Das löst einen starken Algenwachstum aus, die den Sauerstoffgehalt so stark senken, dass Fische und andere Wasserlebewesen ersticken – man spricht dann von sogenannten „toten Zonen“.

Alternativprodukte könnten günstiger werden

Eine Weltweite vegane Ernährungsweise kann das Problem der Klimaerwärmung nicht alleine lösen, würde aber durchaus ein wirksamer Hebel sein. Es braucht jedoch auch Verbesserungen in Bereichen wie Energiegewinnung, Verkehr, etc. Wer tierische Produkte reduziert oder ganz darauf verzichtet, kann in der Regel bereits den ökologischen Fußabdruck um die Hälfte reduzieren.

Laut Karl Schillinger, dem ehemaligen Besitzer der veganen Restaurantkette Swing Kitchen seien wir noch immer in der Phase der First Mover. „Wer sich jetzt vegan ernährt, zahlt zwar mehr, trägt aber dazu bei, dass sie Schwungmasse, die es für günstige Massenproduktion braucht, wächst.“ Der Griff im Supermarkt zu den pflanzlichen Alternativen kann also etwas verändern.

Eine rein pflanzliche Ernährung hat also mehrere Vorteile: einerseits könnte somit ein großer Umschwung geschaffen werden, um die pflanzlichen Fleischalternativen lukrativer zu gestalten, aber auch eine positive Veränderung für unser Klima und vor allem mehr Tierwohl. 




Kommentare

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    am 17.05.2026 Rosa Lebitsch
    Es ist echt arg, wie schädlich der Fleischkonsum für unsere Umwelt ist, und es ist wichtig, dass mehr darüber nachgedacht wird.