Kathlyn ist eine alte Freundin. Ein nettes Mädchen, gut gelaunt, fleißig, höflich. Keines, das Probleme macht. Einmal telefonierte Kathlyn in völlig normaler Lautstärke mit ihrer Mutter in einer fast leeren Bahn. Plötzlich wurde sie von einer älteren Dame hinter ihr unfreundlich angesprochen.
Die Frau meinte, Kathlyn sei viel zu laut, und fügte hinzu, dass es bei Jugendlichen heutzutage ja üblich sei, keinen Respekt vor Erwachsenen zu haben. Kathlyn war völlig überrumpelt, wusste nicht, was sie falsch gemacht hatte, und beendete das Telefonat so schnell wie möglich.
Kein Einzelfall
Kathlyns Erlebnis ist leider kein Einzelfall. Sicherlich ist sie nicht die einzige Jugendliche, die sich durch solche Vorfälle verunsichert oder eingeschüchtert fühlt. Viele junge Menschen werden von der älteren Generation ganz automatisch als faul oder respektlos abgestempelt.
Vielleicht hatte die ältere Dame selbst irgendwann einmal schlechte Erfahrungen, etwa, dass ihr in der Bahn ein Sitzplatz vor der Nase weggenommen wurde und der junge Mann unverschämt reagierte. Aber heißt das wirklich, dass alle Jugendlichen so sind?
Diese Denkweise ist unfair. Häufig werden nur die Ausnahmen gesehen, weil Negatives stärker auffällt. Die meisten Jugendlichen halten sich sehr wohl an Regeln, begegnen anderen respektvoll und übernehmen Verantwortung.
Oft werden junge Menschen im öffentlichen Raum zudem nicht ernst genommen oder bei Entscheidungen ignoriert, die sie direkt betreffen, einfach, weil sie „zu jung“ sind. Teenager, die wirklich etwas bewegen wollen, stoßen so schnell auf Ablehnung, weil ihnen pauschal Faulheit oder Respektlosigkeit unterstellt wird.
Natürlich gibt es, wie überall, Ausnahmen. Diese sollten aber niemals als Maßstab für eine ganze Generation dienen. Eines ist klar: Wer Respekt erwartet, sollte selbst respektvoll sein.
Kommentare
Ganz genau!