50.000 Fans singen die koreanischen Textzeilen synchron mit, obwohl die meisten kein Wort verstehen. Das Wembley-Stadion in London bebt, als BTS die Bühne betritt. Vor dreißig Jahren kannte außerhalb Südkoreas niemand koreanische Popmusik.
K-Pop, kurz für koreanische Popmusik, bezeichnet eine Form populärer Musik aus Südkorea, die durch visuelle Inszenierung, choreografierte Auftritte, mehrsprachige Texte und Medienpräsenz geprägt ist.
Anfänge und Entwicklung
Die moderne Geschichte des K-Pop beginnt Anfang der neunziger Jahre, insbesondere mit der Gruppe Seo Taiji and the Boys, die Elemente wie Rap, Techno und westliche Popstile verbanden, damit die bisherigen Balladen- und Volksmusiktraditionen Südkoreas durchbrachen. In den neunziger Jahren gründeten Produzenten erste Idol-Gruppen wie H.O.T., Baby Vox oder Cool und bauten professionelle Unterhaltungsagenturen auf, die Talente finden und umfassend ausbilden, zum Beispiel im Singen, Tanzen, in Sprachen und Medien, bereits von jungem Alter an.
Globale Ausbreitung
Ab den 2000er-Jahren begann K-Pop, zunehmend im Ausland bekannt zu werden, zuerst in anderen Teilen Asiens und dann weltweit. Ein entscheidender Meilenstein war 2012 „Gangnam Style“ von Psy, das durch soziale Medien und YouTube viral ging und K-Pop einem breiten internationalen Publikum vorstellte.
Struktur und Kritik
K-Pop funktioniert stark über ein Agentursystem, in dem Agenturen Talente, sogenannte Trainees, früh erkennen und aufwändig schulen. Die Agenturen übernehmen Casting, Ausbildung, Management, Vermarktung und Auftritte unter einem Dach. Gleichzeitig kritisieren Beobachter die Bedingungen, wie langen Ausbildungsdruck, strenge Kontrollen, Schönheits- und Leistungsdruck sowie wenig künstlerische Freiheit für manche Idole.
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