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Was ich von meinem Vater über Geld gelernt habe

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Volontärin · Bundesgymnasium Bregenz Blumenstraße
01.03.2026
3 Min.

Den richtigen Umgang mit Geld habe ich nicht aus einem Schulbuch gelernt, sondern von meinem Vater. Viele dieser Lektionen entstanden ganz nebenbei, beim Einkaufen, bei Gesprächen am Esstisch oder wenn ich mir etwas Größeres kaufen wollte. Durch ihn habe ich verstanden, dass Sparsamkeit nichts mit Geiz zu tun hat, sondern mit Verantwortung. Seine Haltung hat meine eigene Einstellung zu Geld stark geprägt.

Wer hart arbeitet, weiß Geld zu schätzen und ist sparsam. (Foto: shutterstock)

Ich erinnere mich noch genau an einen Samstagvormittag im Supermarkt. Ich stand mit einer Packung Marken-Müsli in der Hand, die ich unbedingt haben wollte. Mein Vater blieb stehen, nahm sie mir freundlich ab, verglich den Kilopreis mit einer günstigeren Eigenmarke und sagte ruhig: „Schau, es geht nicht darum, gar nichts auszugeben. Es geht darum, klug auszugeben.“ Dann legte er das günstigere Müsli in den Einkaufswagen und von dem gesparten Geld kauften wir später frische Erdbeeren. In solchen Momenten merke ich, wie bewusst mein Vater mit Geld umgeht. Und genau deshalb ist er mein größtes Vorbild in diesem Bereich.

Meine Vorbilder

Ich habe zwar mehrere Vorbilder im Umgang mit Geld, meine große Schwester, meine Mutter und auch meine beste Freundin, aber mein Vater prägt mich am meisten. Er ist sehr sparsam und achtet genau auf seine Ausgaben. Trotzdem gibt es Dinge, bei denen er überzeugt ist, dass man ruhig etwas mehr investieren darf. Beim Urlaub sagt er oft: „Schließlich lebt man nur einmal.“ Und bei größeren Anschaffungen wie einer Küche oder einem Sofa ist seine Meinung klar: Lieber einmal etwas Hochwertiges kaufen als billigen „Glump“, den man nach ein paar Jahren wieder ersetzen muss.

Gleichzeitig achtet er sehr auf Angebote. Vor allem bei Lebensmitteln vergleicht er Preise, schaut auf Aktionen und plant Einkäufe bewusst. Von ihm habe ich gelernt, regelmäßig auf mein Konto zu schauen und größere Ausgaben nicht spontan zu tätigen. Wenn ich etwas haben möchte, das viel kostet, soll ich zuerst eine Nacht darüber schlafen. Dieser Rat hat mir schon oft geholfen.

Ein gutes Beispiel dafür ist mein Hamster Sisi. Vor etwa einem Jahr sah ich im Dehner einen kleinen Hamster und war sofort verliebt. Doch der Käfig kostete über 100 Euro, dazu kamen Zubehör, Futter und natürlich der Hamster selbst. Insgesamt wären es mehr als 200 Euro gewesen. Ich war unsicher und wusste nicht, ob ich so viel Geld ausgeben sollte. Mein Vater riet mir, darüber zu schlafen. Am nächsten Tag war ich mir immer noch sicher, dass ich Sisi wollte. Schließlich schlug mein Vater vor, die Hälfte als verfrühtes Geburtstagsgeschenk zu übernehmen. So bekam ich meinen Hamster – und habe gleichzeitig gelernt, eine Entscheidung gut zu überdenken.

Zur Sparsamkeit in kleinen Schritten

Auch bei anderen Dingen unterstützt er uns. Als meine Schwester im Sommer einen Ferialjob hatte und 60 Euro Steuern zahlen musste, wusste mein Vater sofort, dass man diese zurückfordern kann. Solche Situationen zeigen mir, wie wichtig es ist, sich mit Geld und Regeln auszukennen. Außerdem hat er uns beigebracht, nie mit Geld zu prahlen und respektvoll damit umzugehen.

Inzwischen versuche ich selbst, sein Verhalten umzusetzen. Auf meinem Konto bleibt immer ein kleiner Betrag als Reserve. Wenn meine besten Freundinnen und ich in der Mittagspause beim Spar etwas essen gehen, schauen wir gezielt nach Angeboten und nutzen die Spar-App. Es geht nicht darum, sich nichts zu gönnen, sondern bewusst zu entscheiden.

Auch meine beste Freundin ist für mich ein Vorbild. Sie plant schon jetzt für ihr späteres Studium und sagt, sie wolle weder die teuerste Wohnung noch die billigste nehmen, sondern etwas Vernünftiges. Sie behält ihre Ausgaben im Blick und setzt sich klare Grenzen. Wenn wir gemeinsam etwas unternehmen, geben wir nicht viel Geld aus. Oft reicht ein Spaziergang, ein gemeinsames Picknick oder einfach Zeit miteinander. Denn am Ende zählt nicht, wie viel man ausgibt, sondern wie gut man sich fühlt.

Durch meinen Vater und meine Freundin habe ich gelernt: Geld ist wichtig, aber noch wichtiger ist der richtige Umgang damit. Und manchmal beginnt alles mit einer einfachen Entscheidung im Supermarkt.

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