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Wie die Ultras sich selbst zerstören: Das 348. Wiener Derby

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Volontär · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
20.04.2026
2 Min.

Explosionen, Feuerwerk und Geschrei: Szenen, die eine Mischung aus Jubel und Angst sind. Nicht zum ersten Mal wurde gegen den SK Rapid Wien nach einem „Wiener Derby“ gegen die Austria eine Kollektivstrafe verhängt. „Mindestens drei Jahre“ lang gilt die Auswärtsfanssperre für den Verein. Die Meinungen über dieses Urteil könnten nicht gespaltener sein.

Im Stadion herrscht keine Gnade. (Foto: APA-Images / APA / EXPA )

Stell dir vor, du gehst mit deiner Familie zu einem Fußballspiel, dem Aufeinandertreffen der größten Rivalen Österreichs. Ein Spiel mit jahrzehntelanger Tradition. Doch plötzlich merkst du, dass die Auswärtsfans des gegnerischen Vereins einen 2:0-Rückstand nicht akzeptieren wollen. Aus jubelnden Anhängern wird eine aufgebrachte Menge.

Du hörst Explosionen, siehst brennende Pyrotechnik und bemerkst Panik auf den Rängen. Und als wäre das nicht genug, fliegen Böller in eure Richtung, obwohl ihr euch auf der vermeintlich sicheren Sitztribüne befindet.

Wiederholungstäter trotz Bewährung

Der SK Rapid Wien war nach vorherigen Ausschreitungen beim 348. Wiener Derby vom Senat 1 der österreichischen Bundesliga bereits auf Bewährung gesetzt worden. Schon damals waren beim Topspiel keine Auswärtsfans zugelassen. Der Unterschied zur aktuellen Situation besteht jedoch darin, dass diesmal ausschließlich Rapid-Anhänger negativ auffielen.

Die Folge: Der Auswärtssektor bei Derbys in der Generali Arena bleibt nun für drei Jahre geschlossen. Zusätzlich wurde gegen den Verein eine Geldstrafe von 100.000 Euro verhängt. Angesichts der aktuellen finanziellen Lage stellt diese Summe eine erhebliche Belastung dar.

Hass und Zustimmung zugleich

Viele Themen spalten Fußballfans unterschiedlicher Vereine, doch in einem Punkt herrscht weitgehend Einigkeit: Kollektivstrafen werden häufig als unfair empfunden.

Die Admiral Bundesliga begründet solche Maßnahmen damit, dass die Fanszene unter Druck gesetzt werden soll. Strafen wie Sektorsperren sollen die „Kurve“ zur Selbstregulierung anhalten und verdeutlichen, dass bestimmtes Verhalten nicht toleriert wird. Dazu zählt insbesondere der Einsatz von Pyrotechnik sowie die Gefährdung anderer Personen.

Fangruppen verweisen im Gegenzug häufig auf die deutsche Bundesliga: Der Deutsche Fußball-Bund hat 2018 klassische Kollektivstrafen weitgehend ausgesetzt, als Reaktion auf massive Kritik von Vereinen und Fans.

Auch in Österreich stellt sich daher die Frage, ob eine mehrjährige Sperre ganzer Auswärtssektoren der richtige Weg ist. Denn betroffen sind nicht nur die Verantwortlichen für die Ausschreitungen, sondern auch zahlreiche friedliche Fans. Statt ganze Gruppen zu bestrafen, könnten gezielte Sanktionen gegen identifizierte Täter langfristig wirksamer und gerechter sein.

Mit Choreografien wie „Ihr Versager habt euch mit den Fackeln selbst ins Aus geschossen!“ reagieren Austria-Anhänger wiederum humorvoll auf die Folgen des Verhaltens der Rapid-Fans beim 349. Wiener Derby.

Unter dem Strich bleibt wenig Raum für Zufriedenheit. Beide Seiten verharren oft in ihren Positionen und sind kaum bereit, ihr Verhalten oder bestehende Regelungen zu überdenken. Kein Wunder also, dass Kollektivstrafen, eine Idee, die bereits aus der Antike bekannt ist, im modernen Fußball weiterhin angewendet werden.



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