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Künstliche Intelligenz wird immer besser. Und immer gefährlicher

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02.12.2025
3 Min.

Influencer nutzen die KI für Thumbnails, Schüler für Hausaufgaben und Unternehmen für Datenverarbeitung. Doch je leistungsfähiger sie wird, desto schwerer erkennen wir künstlich erzeugte Inhalte, was sie umso gefährlicher macht. Die KI bedroht nicht nur bestimmte Berufsfelder, sondern belastet auch Umwelt und Klima durch enormen Energie- und Wasserverbrauch. Gleichzeitig zeigt sich, dass wir uns auf ihre Ergebnisse nicht blind verlassen können.

Die künstliche Intelligenz kann auch eine Gefahr sein (Foto: geralt (Pixabay))

Wer kennt sie nicht, die KI-generierten Bilder, die wir oft schnell erkennen, anhand von Fehlern in der Grafik oder Unebenheiten. Doch so leicht ist es heutzutage gar nicht mehr, künstliche Intelligenz zu entziffern, und in Zukunft könnte dies gefährlich sein.

Viele InfluencerInnen, vor allem YouTuberInnen, verwenden künstlich generierte Bilder, um ein spannendes Thumbnail zu gestalten, das ZuschauerInnen neugierig machen und anlocken soll. Ein Beispiel dafür ist der bekannte deutsche Influencer „Laserluca“. Er gibt in seinen Videos offen zu, dass seine Thumbnails von ChatGPT erstellt worden sind und verwendet dieses Tool auch für seinen Content (zum Beispiel in seinem Video „Mein 1. Mal ChatGPT“, veröffentlicht am 11.10.2024). In mehreren Videos dieser Art erwähnt er auch, dass er ChatGPT regelmäßig nutze.

Es ist auch sicherlich keine Neuigkeit, dass sich eine große Anzahl an SchülerInnen in Schulen Hilfe von künstlicher Intelligenz holt, um vor allem Methoden zum Lernen zu verwenden, Informationen herauszufiltern oder Texte zu verfassen. Aber sollten wir unsere Texte nicht eigentlich nach den Angaben der LehrerInnen so verfassen, wie wir es im Unterricht gelernt haben? Sonst bräuchten wir unsere LehrerInnen doch überhaupt nicht?

Risiken für Arbeitswelt und Gesellschaft

Und genau das ist das Risiko an künstlicher Intelligenz. Sollte sie, dramatisch ausgedrückt, die „Welt erobern“, könnten wir und viele andere Menschen um Arbeitsplätze kommen. Für zahlreiche Jobs gäbe es einfach Ersatz, und Menschen wären überflüssig. Berufe wie Büroarbeit, Kundenservice, Buchhaltung, Analysen, Logistik, Wissenschaft oder Informatik seien in Zukunft mit erhöhtem Risiko gefährdet. FriseurInnen, Betreuungsberufe, TechnikerInnen, Einsatzkräfte oder ÄrztInnen seien eher sicherer und schwerer ersetzbar als die oben genannten Jobs.

Außerdem: Am sichersten sind immer noch kreative Beschäftigungen. KI kann (heutzutage zumindest noch) weder Malereien, Kunstwerke oder Bauwerke wirklich konstruieren noch komplexe Musik oder Melodien erstellen, ohne dass Fehler zu finden wären.

Umweltbelastung durch künstliche Intelligenz

Neben der Tatsache, dass KI unsere Zukunft gefährden kann, ist sie auch sehr schlecht für die Umwelt und das Klima. Damit künstliche Intelligenz unsere Vorgaben erfüllen kann, muss sie eine enorme Menge an Daten verarbeiten. Darauf wird die KI sozusagen „trainiert“, zum Beispiel um einen bestimmten Gegenstand erkennen zu können, den sie dann in einem Bild generieren kann.

Nehmen wir das Beispiel eines Apfels: Um zu wissen, wie ein Apfel aussieht, muss ein Algorithmus Millionen Bilder von Äpfeln durchforsten. Diese Verarbeitung findet in Datenzentren statt, die für ihre Rechenleistung enorme Energie benötigen. An den gesamten CO₂-Emissionen weltweit ist KI für etwa zwei bis vier Prozent verantwortlich, ungefähr so viel wie die Emissionen der Luftfahrtindustrie. Das Training eines KI-Modells kann (laut Forschern der University of Massachusetts) bis zu 284.000 Kilogramm CO₂-Äquivalent ausstoßen. Zum Vergleich: Ein Flug von London nach New York verursacht etwa 986 Kilogramm.

Kleinere Programme auf Laptops verbrauchen weniger, jedoch immer noch enorm viel Energie. Ein weiteres wachsendes Problem ist der Wasserverbrauch: KI könnte bis 2027 zwischen 4,2 und 6,6 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigen. (Zum Vergleich: Der Pazifische Ozean umfasst zwar ein unvorstellbar großes Volumen von rund 685 Millionen Kubikkilometern, aber der reine Verbrauch bleibt dennoch extrem hoch.)

Was den Schaden durch KI-Systeme wie ChatGPT zusätzlich vergrößert, sind kurze, unnötige Eingaben, die wir meist aus Höflichkeit tätigen. „Danke!“ oder „Okay!“ – solche Kurzantworten kosten mehrere Millionen Dollar, weil sie den Energieverbrauch steigern.

Kein blindes Vertrauen in KI

Außerdem glauben viele Menschen, sie könnten sich blind auf KI verlassen. Nicht alles, was ChatGPT ausgibt, stimmt. Die sicherste Variante ist es natürlich, sich bei „richtigen“ und mehreren Quellen zu informieren, um Ergebnisse vergleichen und so richtigstellen zu können.

Quellen:

www.dw.com

www.basicthinking.de

www.heute.at

www.businessinsider.de



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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