Im Aufenthaltsraum des BG/BRG Kufstein sitzt Valentin Petzold an einem Tisch am Fenster. Neben ihm liegen Biologie-Unterlagen, ein markierter Lernzettel und eine Trinkflasche. Der 18-Jährige wirkt ruhig und konzentriert, fast gelassen. Doch während er erzählt, wird schnell klar, dass hinter dieser ruhigen Art viele Gedanken stecken. Charakteristisch für Valentin ist seine ehrliche und reflektierte Art. Er spricht offen über Druck, Zweifel und darüber, wie sehr ihn die Zeit vor der Matura verändert hat.
„Ich glaube, ich habe lange unterschätzt, wie intensiv das wird“, sagt er. „Ich dachte: Das machen jedes Jahr tausende Schüler. Aber wenn du selbst drinsteckt, ist es etwas ganz anderes.“
Fächerwahl mit Ausgleich
Valentin hat sich für eine Mischung aus klassischen und interessanten Fächern entschieden: Deutsch, Englisch, Biologie und Sport. Seine VWA hat er über das Thema „Stress im Jugendalter“ geschrieben, ein Thema, das ihn mittlerweile auch persönlich betrifft.
Ein wichtiger Ausgleich für ihn ist der Sport. „Ich gehe regelmäßig zum Faustball oder spiele Volleyball mit Freunden. Ohne das würde ich den ganzen Lernstress gar nicht aushalten“, erzählt er.
Zwischen Erfolgserlebnissen und Selbstzweifeln
„Es gibt Tage, da läuft alles super. Ich habe das Gefühl, ich verstehe Dinge wirklich. Und dann gibt es Tage, da zweifle ich an allem“, erzählt Valentin ehrlich.
Besonders herausfordernd ist für ihn Biologie. Nicht, weil er das Fach nicht mag. Im Gegenteil: „Ich finde es total spannend, aber es ist einfach extrem viel Stoff. Manchmal weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.“
Wenn es zu stressig wird, versucht Valentin bewusst gegenzusteuern.
„Früher hätte ich mich gezwungen, weiterzumachen. Heute weiß ich: Eine Pause ist kein Rückschritt.“ Stattdessen geht er raus, hört Musik oder trifft sich kurz mit Freunden. „Sport hilft mir am meisten, um den Kopf freizubekommen.“
Sein Alltag habe sich durch die Matura stark verändert. Spontane Treffen seien seltener geworden, und auch sein Schlaf leide manchmal darunter. „Man liegt im Bett und denkt nur noch an Stoff, Prüfungen und ob man genug gemacht hat.“
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hat Valentin etwas Wichtiges erkannt: „Es geht nicht darum, alles perfekt zu können. Es geht darum, dranzubleiben.“
Motivation trotz Druck
Was ihn motiviert, ist nicht nur das Ziel selbst. Es ist auch das Gefühl, über sich hinauszuwachsen.
„Ich merke, dass ich stärker bin, als ich dachte. Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.“
Zum Schluss stellt er sich selbst eine Frage und beantwortet sie ohne zu zögern:
„Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?“
„Hab weniger Angst. Du schaffst mehr, als du glaubst.“
Die Matura wird oft als Ende gesehen. Doch für Valentin ist sie auch ein Anfang. Nicht nur von etwas Neuem, sondern auch von einem anderen Blick auf sich selbst.
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