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Wer kontrolliert eigentlich die wichtigsten Ressourcen unserer Welt?

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Volontärin · ibc Hetzendorf
20.04.2026
3 Min.

In BWL haben wir über Lieferketten gelernt, und schnell wurde klar: Wer Ressourcen kontrolliert, hat einen entscheidenden Vorteil.

China kontrolliert 2026 den Großteil der weltweiten Versorgung mit seltenen Erden. (Foto: Pixabay, Tyna_Janoch)

Ich halte ein Smartphone in der Hand, scrolle durch Nachrichten, schaue Videos, bestelle vielleicht etwas online, alles mit wenigen Klicks. Kaum jemand denkt dabei daran, woher die Materialien in diesem Gerät eigentlich kommen oder unter welchen Bedingungen sie gewonnen wurden. Doch genau dort beginnt ein weltweites System aus Abhängigkeiten, Macht und Kontrolle.

Weltweit dominieren Staaten und multinationale Unternehmen die Kontrolle über Ressourcen wie Öl, Gas, seltene Erden, Eisenerze, Metalle, landwirtschaftliche Flächen oder auch Wasser.

China produziert allein über 60 Prozent der seltenen Erden weltweit. Über 40 Prozent der globalen Ölproduktion werden von den USA, Saudi-Arabien und Russland kontrolliert. Brasilien und Australien steuern rund 70 Prozent der weltweiten Eisenproduktion. Abhängigkeitsverhältnisse lassen sich hier deutlich erkennen.

Ausgenutzte Abhängigkeit

Mit der ungleichen Verteilung von Ressourcen entsteht ein ungleiches Macht- und Kontrollverhältnis, das zu politischer und wirtschaftlicher Abhängigkeit zwischen Staaten führt.

UNICEF Deutschland zeigt in einem YouTube-Beitrag die Arbeitsalltage zweier Jungen: Sumon arbeitet täglich von 7 bis 17 Uhr in einer Aluminiumfabrik, Mohamed bearbeitet seit einem Jahr Steine in einer Ziegelfabrik. Beide sind zu jung für ihre Jobs, arbeiten unter furchtbaren Bedingungen und sollten eigentlich in der Schule sitzen. Doch das ist die Realität, in der wir leben: Es gibt immer Gewinner und Verlierer.

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Die Gewinner

Auf der anderen Seite stehen Staaten mit großen Ressourcenreserven, die hohe Staatseinnahmen und eine starke internationale Position erreichen. Dazu zählen etwa Saudi-Arabien mit Öl, China mit seltenen Erden, Russland mit Gas und Holz oder Brasilien mit Eisenerz und Landwirtschaft.

Von diesen Ressourcen profitieren sowohl staatlich kontrollierte als auch multinationale Unternehmen. In vielen ressourcenreichen Ländern behalten Staaten zwar die Kontrolle über Rohstoffe, vergeben jedoch Förderlizenzen an private Unternehmen.

Große Bergbau-, Öl- und Technologieunternehmen wie ExxonMobil, BHP, Apple oder Tesla profitieren von ihrem Zugang zu Rohstoffen, ihrer Marktmacht und ihren globalen Lieferketten. Dadurch haben sie großen Einfluss auf Preise und Produktionsketten weltweit. Besonders wichtig sind zudem taiwanische Unternehmen in immer mehr technologischen Lieferketten.

Fallbeispiel: Taiwan

Taiwan hat sich zu einem zentralen Akteur der globalen Technologieindustrie entwickelt. Vor über 40 Jahren hat sich das Land auf die Produktion hochmoderner Computerchips und Halbleiter spezialisiert und ist heute in diesem Bereich kaum zu übertreffen.

Zwei Drittel der weltweit hergestellten Halbleiter und rund 90 % der fortschrittlichsten Chips, die für Smartphones, Computer, KI, Elektroautos, Militärtechnik oder Rechenzentren benötigt werden, stammen von der Insel, wie eine Expertin der Asia Pacific Foundation of Canada beschreibt.

Der weltweit größte Halbleiterhersteller ist TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company), das etwa 50–60 % der globalen Auftragsfertigung von Chips übernimmt. Taiwanische Unternehmen zählen damit zur technologischen Weltspitze, weshalb viele große Technologiekonzerne auf sie angewiesen sind.

Diese Technologie ist heute ein unverzichtbarer „Rohstoff“ im weiteren Sinne und damit eine strategische Ressource der Weltwirtschaft. Taiwan wird dadurch zu einem geopolitischen Brennpunkt.

Die Kontrolle über diese Technologie verleiht der Insel, und indirekt auch den USA als wichtigem Partner, große globale Macht. Gleichzeitig macht die weltweite Abhängigkeit von Taiwan die Lieferketten anfällig, was auch in Ländern wie Österreich spürbar wäre.

Die rote Linie

Das Beispiel Taiwan zeigt, dass Ressourcen nicht nur natürliche Rohstoffe sein müssen, sondern auch hochentwickelte Technologien sein können. Die Kontrolle darüber ist heute genauso machtvoll und umkämpft wie die Kontrolle über Öl, Metalle oder Wasser.

Die Frage bleibt: Wie viel Abhängigkeit eines Staates ist noch akzeptabel, bevor eine „rote Linie“ überschritten wird?

Natürliche Ressourcen werden dabei auch als geopolitisches Druckmittel genutzt. Staaten mit starken Exporten können Preise beeinflussen oder mit Handelsbeschränkungen politischen Druck ausüben, da andere Länder auf Importe angewiesen sind.

Die Verlierer

Neben ressourcenarmen Staaten sind vor allem lokale Gemeinschaften oder indigene Bevölkerungen in ressourcenreichen, aber politisch schwachen Regionen betroffen. Sie verlieren häufig Land oder den Zugang zu Wasser durch Bergbau, Ölbohrungen oder Landkäufe durch Großinvestoren und Staaten.

Auch Arbeiter*innen in der Rohstoffgewinnung sind stark betroffen. Ihr Alltag ist oft geprägt von niedrigen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und fehlendem Arbeitsschutz. In vielen Fällen sind sogar Kinder betroffen.





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