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Früher ist mein Geld einfach vom Konto verschwunden. Mama sei Dank, ist das heute anders

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Volontärin · Bundes-Bildungsanstalt für Sozial- und Elementarpädagogik
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31.03.2026
3 Min.

Kennst du das Gefühl, wenn dein Konto plötzlich leer ist – und du nicht mal genau sagen kannst, wofür du dein Geld ausgegeben hast?

Mama und ich haben schon viele Abenteuer gemeinsam erlebt, aber das mit dem Geld war am schwierigsten zu meistern. (Foto: Shutterstock)

Ich sitze auf meinem Bett, das Handy noch in der Hand. Gerade habe ich kurz in meine Banking-App geschaut – einfach so, ohne groß nachzudenken. Und dann sehe ich die Zahl. Es ist weniger, als ich erwartet habe. Viel weniger.

Kleinvieh macht auch Mist

Ich gehe im Kopf durch, was ich gekauft habe. Eigentlich nichts Großes. Hier mal ein Kaffee, da schnell etwas online bestellt, zwischendurch Kleinigkeiten. Es hat sich nie nach viel angefühlt. Eher nach „ach, das geht schon noch“.

Aber genau jetzt merke ich: Es läppert sich. Und zwar schneller, als ich gedacht habe. In diesem Moment muss ich plötzlich an meine Mama denken.

Mama mein Superheld

Mein Vorbild im Umgang mit Geld ist meine Mama. Früher habe ich oft nicht verstanden, warum sie so lange überlegt, bevor sie etwas kauft. Warum sie Preise vergleicht oder auch einfach mal „Nein“ sagt.

Heute sehe ich das anders. Ich bewundere sie dafür, dass sie immer genau weiß, wofür sie ihr Geld ausgibt – und sich trotzdem auch mal etwas gönnt.

Ein Satz von ihr ist mir besonders im Kopf geblieben: „Überleg dir, ob du es in ein paar Tagen immer noch willst.“ Früher habe ich das eher ignoriert. Aber wenn ich ehrlich bin: Meistens hatte sie recht. Oft wollte ich Dinge ein paar Tage später gar nicht mehr unbedingt.

Vorsicht vor der Karten-Falle

Es gab eine Zeit, in der ich fast alles mit Karte bezahlt habe. Es war einfach zu bequem. Kein Nachdenken, kein Abzählen – einfach kurz dranhalten und fertig.

Genau das war aber auch das Problem. Ich habe gar nicht richtig gemerkt, wie viel ich ausgebe. Erst dieser eine Moment, als ich auf mein Konto geschaut habe, hat mir die Augen geöffnet. Dieses Gefühl von „Wie kann das schon weg sein?“ hat mich echt getroffen. Da habe ich verstanden, wie wichtig es ist, den Überblick zu behalten.

Mein Weg, besser damit umzugehen

Seitdem versuche ich, bewusster mit Geld umzugehen. Ich habe mir eine eigene Methode überlegt, die mir hilft, nicht wieder in dieses Gefühl zu rutschen. Ich bekomme im Monat 70 Euro – 40 Euro auf mein Konto und 30 Euro bar. Mein Ziel ist es, hauptsächlich die 30 Euro auszugeben und die 40 Euro zu sparen.

Natürlich klappt das nicht immer perfekt. Aber es hilft mir, mein Geld viel bewusster wahrzunehmen.

Warum sich Bargeld anders anfühlt

Was ich auch gemerkt habe: Wenn ich mit Bargeld zahle, denke ich viel mehr nach.
Wenn ich sehe, wie das Geld in meiner Hand weniger wird, fühlt es sich einfach anders an. Realer. Greifbarer.

Mit Karte ist es nur eine Zahl auf dem Display. Mit Bargeld ist es plötzlich „mein Geld“, das weniger wird.

Kleine Grenzen, große Wirkung

Ich finde auch, dass eine Kontosperre ab einer bestimmten Grenze sinnvoll ist.
Man kann nicht einfach ins Minus rutschen und wird automatisch ein bisschen gebremst. Genau das hilft oft, nicht komplett den Überblick zu verlieren. Ich lerne immer mehr, mit Geld umzugehen.

Meine Mama war dabei ein wichtiges Vorbild. Aber genauso wichtig waren meine eigenen Erfahrungen - auch die, die sich im ersten Moment nicht gut angefühlt haben.

Denn genau aus diesen Momenten lernt man am meisten. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem man anfängt, wirklich bewusster mit Geld umzugehen.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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