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Wer entscheidet eigentlich über uns?

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08.02.2026
2 Min.

Jeder Mensch trifft täglich Entscheidungen. Doch während wir unser Leben wie immer weiterführen, werden anderswo politische Entscheidungen getroffen, die auch uns betreffen. Doch was können wir dagegen tun? Können wir überhaupt etwas tun?

Auch wenn Entscheidungen von oben kommen, können wir als Gruppe eine Veränderung bewirken. (Foto: Pexels/Ricky Esquivel)

Entscheidungen werden jeden Tag aufs Neue getroffen. Von kleinen Entscheidungen wie „Was ziehe ich heute an?“ bis hin zu großen Entscheidungen. Entscheidungen, die nicht nur dich betreffen, sondern womöglich uns alle. Aber wer trifft diese Entscheidungen? Und wer bestimmt, ob sie richtig sind?

Gerade diese großen und wichtigen Entscheidungen betreffen oft einen Großteil der Welt. Politikerinnen und Politiker entscheiden darüber, was auf der Welt passiert. Und ich, als einzelne Person, kann daran kaum etwas ändern. Wir sind dem offen ausgesetzt. Und in solchen Momenten fühle ich mich machtlos und stelle mir dann immer wieder dieselbe Frage: „Ist das nicht ungerecht?“

Schlechte Nachrichten

Wenn ich abends die Nachrichten anschaue oder in den sozialen Medien scrolle, verstärkt sich dieses Gefühl von Machtlosigkeit. Ich lebe mein Leben weiter, ganz normal, während anderswo neue Vorfällen gemeldet werden. Wir gehen zur Schule, arbeiten oder schlafen, gleichzeitig wird über Krieg, Wirtschaft und Menschenleben entschieden. Länder werden angegriffen, irgendwo gibt es Proteste. Die schlechten Nachrichten überwiegen. Sie verderben einem die Laune – und oft auch die Hoffnung.

Geschichte wiederholt sich

Was einem aber noch mehr zusetzt, ist zu hören, dass irgendein mächtiger Politiker wieder etwas Neues beschlossen hat: Er tritt aus Abkommen aus, verhängt Zölle oder greift ein anderes Land an. Und trotzdem wird er weiterhin vom Volk unterstützt. Denn in solchen Ländern werden die Medien kontrolliert, Informationen zurückgehalten. Die Menschen kriegen nicht mehr alles mit. Und während Deutsche warnen, dass es damals genauso begonnen hat – auf dem Weg in eine Diktatur –, hört ihnen niemand zu. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, nicht weil sie vergessen wurde, sondern viel eher, weil sie ignoriert wird.

Und genau das ist ungerecht.

Hoffnung?

In Europa versuchen wir, Frieden zu sichern und wiederherzustellen. Wir wollen Gerechtigkeit fördern und jedem Menschen ein gutes Leben ermöglichen. Wir wollen unser Klima schützen und unsere Zukunft garantieren. Doch was bringt das alles, wenn es den meisten anderen Staaten egal ist? Wenn Politiker nach Macht streben und Superreiche sich nebenbei einen Ausflug ins Weltall leisten?

Ja, wir können uns zusammenschließen. Als Gruppe versuchen, etwas zu verändern. Wir können Petitionen unterschreiben, mehr von unseren Politikerinnen und Politikern – den Vertretern unserer Meinung – fordern und selbst handeln. Und das ist wichtig.

Trotzdem bleibt dieser stille Gedanke: Gegen den Zusammenschluss aus Macht, Geld und Einfluss können wir nur wenig ausrichten. Und vielleicht ist genau dieser stille Gedanke, dieses Gefühl der Ohnmacht das Ungerechteste von allem. Denn wie gerecht kann eine Welt sein, in der die Stimme der vielen leiser ist als die Macht der wenigen?



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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