Wenn Welten sich kreuzen

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontärin · GRG10 Laaerberg Gymnasium
16.04.2026
2 Min.

Ich habe mir heute Zeit genommen, etwas genauer hinzuschauen, was um mich herum passiert. Normalerweise erledigt man einfach seine Dinge und denkt kaum darüber nach, doch heute sind mir ein paar Details aufgefallen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

 

Viele Menschen, viele Schicksale. Sind wir uns dessen bewusst? (Foto: shutterstock)

Wir alle in einer ganz eigenen Welt

Heute war ich am Reumannplatz, um ein paar Dinge einzukaufen, und habe mich kurz hingestellt, um das Treiben zu beobachten. Es wirkt wie ein Film, der in verschiedenen Geschwindigkeiten gleichzeitig abläuft. Da ist eine ältere Person, die ganz in Ruhe Tauben füttert und die Welt um sich herum völlig auszublenden scheint.

Direkt daneben ein Vater, der so in Eile ist, oder so in Gedanken, dass er gar nicht merkt, wie sein kleines Kind meterweit hinter ihm zurückbleibt und kaum hinterherkommt. Und mittendrin, fast unsichtbar im Strom der Leute, sitzt jemand am Boden und bettelt. Menschen eilen vorbei, manche schauen auf die Uhr, andere in Schaufenster. Ein seltsames Nebeneinander von Schicksalen, die sich kurz kreuzen und dann wieder verlieren.

Der Kampf um das Handy im Park

Mein fünfjähriger Bruder war heute mit meiner Schwester im Park. Eigentlich ein Ort zum Spielen, Laufen und Klettern, aber die Realität sieht oft anders aus. Dort hat er ein anderes Kind gesehen, das völlig vertieft auf ein Handy starrte und „Brawl Stars“ spielte. Als er nach Hause kam, gab es Tränen. Er hat geweint, weil meine Mutter ihm kein Handy für den Park geben wollte.

Es ist traurig zu sehen, wie ein Fünfjähriger das Gefühl entwickelt, etwas zu verpassen, wenn er „nur“ spielt und Zeit mit anderen verbringt. Die Sehnsucht nach dem kleinen Bildschirm ist bei ihm schon genauso stark wie bei vielen Älteren, und die echte Welt draußen verliert dadurch an Bedeutung, nur weil in einer App bunte Bilder aufleuchten.

Die Handy-Sucht-Wellen

Mir ist aufgefallen, dass „Brawl Stars“ gerade wieder überall präsent ist. Es wirkt wie eine Welle, die zurückgekehrt ist. Egal, ob in der U-Bahn, im Park oder in der Schule: Überall sieht man Kinder und auch Jugendliche, die auf ihre Handys starren und schnelle Spielrunden starten.

Es erinnert mich an frühere Hypes wie „Among Us“, „Roblox“ oder „Block Blast“. Diese Spiele sind so aufgebaut, dass man kaum aufhören kann, „nur noch eine Runde“ wird schnell zu einer Stunde. Es ist erstaunlich, wie schnell solche Trends kommen und gehen, aber das Muster gleich bleibt: Die Zeit vergeht unbemerkt, und die Menschen um einen herum treten in den Hintergrund.

Kommentare