Aktuell gibt es auf Social Media einen großen Aufschrei wegen der Femizide in Südafrika. Jeden Tag sterben dort etwa 15 Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts, doch in vielen Medien findet das kaum Beachtung. Auf Social-Media-Plattformen sehen wir deshalb immer häufiger lilafarbene Profilbilder, auch wenn nicht alle wissen, was genau dahintersteckt.
Die südafrikanische Organisation Women for Change ruft am kommenden Freitag zu einem landesweiten „Shutdown“ auf. An diesem Tag sollen Frauen ebenso wie Mitglieder der LGBTQI+-Community auf bezahlte und unbezahlte Arbeit verzichten, kein Geld ausgeben und Hausarbeit niederlegen. Damit wollen sie ein deutliches Zeichen setzen: für jede der rund 15 Frauen, die täglich getötet wird.
Ein Land, das stillstehen soll
Die Bewegung wirkt wie ein kollektiver Aufschrei, der sich über das Land legt. Je mehr lilafarbene Profilbilder auftauchen, desto spürbarer wird: Viele Frauen haben längst das Vertrauen verloren, dass sich ihre Realität von selbst verändert. Der 21. November soll deshalb ein Tag werden, an dem Südafrika stillsteht. Ein Tag, an dem sichtbar wird, wie viel fehlt, wenn diejenigen schweigen, die sonst alles tragen. Es ist ein Versuch, dem Schmerz und der Angst eine Form zu geben, die man nicht mehr ignorieren kann.
Ein globales Problem
Die hohe Femizidrate ist nicht nur in Südafrika ein Problem, auch wenn das Ausmaß dort besonders erschütternd ist. Weltweit berichten Organisationen wie die UN seit Jahren von einem alarmierenden Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt. Trotz internationaler Kampagnen bleibt das Thema oft unterschätzt. Und die Zahlen zeigen, wie dringend gehandelt werden muss. Die lilafarbenen Profilbilder erinnern deshalb nicht nur an ein nationales Drama, sondern an ein globales Versagen, Frauen und Mädchen zu schützen.
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