Manchmal sitze ich morgens mit einer Tasse Kaffee da und merke, wie sich der Tag erst ganz langsam in mir sortiert. Es ist nicht nur Müdigkeit – eher so ein zäher Nebel im Kopf. Und dann frage ich mich, ob das wirklich nur am Schlaf liegt oder ob ich vielleicht einfach noch nicht ganz in mir selbst angekommen bin. Es gibt Tage, da bin ich früh wach und trotzdem fühlt sich alles schwer an. Und andere, da habe ich zu wenig geschlafen und bin trotzdem irgendwie… klar. Das irritiert mich ein bisschen.
Der ständige kleine Verrat
Was mir auch oft auffällt: dieses automatische Greifen zum Handy. Manchmal mache ich es selbst, ohne es zu merken. Als würde meine Hand schneller reagieren als mein Bewusstsein. Und wenn ich es dann bemerke, entsteht so ein kurzer Moment von Fremdheit – als hätte ich mich selbst kurz verpasst. Besonders komisch ist es, wenn ich eigentlich mit jemandem zusammen bin, den ich mag. Dann fühlt es sich fast an wie ein kleiner Verrat, obwohl es nur ein Blick auf den Bildschirm ist.
Und dann gibt es diese seltsamen, kleinen Momente, die ich gar nicht richtig erklären kann. Zum Beispiel, wenn ich draußen bin und plötzlich ein bestimmtes Licht auf einer Hauswand sehe – ganz unspektakulär eigentlich – und trotzdem bleibt mein Blick daran hängen. Für einen Augenblick fühlt sich alles ruhig an, fast bedeutungsvoll, ohne dass ich sagen könnte, warum. Solche Momente überraschen mich. Sie kommen einfach und verschwinden wieder, als hätten sie nie existiert.
Zeit ist eine merkwürdige Sache
Zeit ist auch so eine merkwürdige Sache. Wenn ich lache oder in ein Gespräch vertieft bin, scheint sie sich aufzulösen. Aber manchmal, wenn ich allein bin und eigentlich nichts Besonderes passiert, fühlt sich eine Minute plötzlich sehr voll an. Fast so, als würde ich mehr wahrnehmen als sonst – Gedanken, Geräusche, dieses leise Gefühl von „Ich bin gerade hier“. Und das ist irgendwie schön und gleichzeitig ein bisschen ungewohnt.
Vielleicht geht es gar nicht nur darum, Dinge „richtig“ zu machen – genug Schlaf, weniger Handy, mehr schöne Erlebnisse. Vielleicht geht es auch darum, diese kleinen, schwer erklärbaren Momente nicht zu übergehen. Die, die keinen klaren Sinn haben, aber sich trotzdem echt anfühlen.
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