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Forscher warnen: Noch in diesem Jahrhundert könnte es nur zweimal im Jahr schneien

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Volontärin · NMS Altmünster
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09.12.2025
2 Min.

Noch vor wenigen Jahrzehnten zierten weiße Schneedecken Täler, Städte und Almen. Heute verschwinden Schneetage immer schneller, und der Winter zeigt sich vielerorts grau und nass statt weiß und glitzernd. Klimastudien prognostizieren, dass sich dieser Trend bis 2100 drastisch verschärfen wird, selbst in Wintersportregionen drohen kürzere und unsicherere Schneesaisonen. Die Zukunft des klassischen Wintervergnügens steht auf dem Spiel

Gibt es Schnee schon bald nur noch auf Bildern? (Foto: Foto von Erol Ahmed auf Unsplash)

Bunte Weihnachtsmärkte, dampfende Tassen Glühwein, tief in ihre Winterjacken vergrabene Menschen. So sieht für viele der perfekte Winter aus. Dennoch fehlt etwas Entscheidendes: der Schnee. In den letzten Jahrzehnten ist der Schneefall deutlich zurückgegangen, und selbst wenn es einmal schneite, war der Schnee oft nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Gerade in tieferen Lagen (Flachland und Voralpen) vermisst man mittlerweile regelmäßig weiße Winter.

Regionen unter 1.500 Metern Seehöhe besonders betroffen

Tatsächlich zeigen Daten aus ganz Österreich: Zwischen 1961 und 2020 nahm die mittlere Schneehöhe in der Wintersaison (November–April) im Schnitt um ca. 0,15 Meter ab. Über alle Höhenlagen hinweg betrachtet sank die durchschnittliche Schneedeckendauer um rund 42 Tage. Besonders stark betroffen sind Regionen unter 1.500 m Seehöhe.

Und die Zukunftsprognosen sind alarmierend: Für Lagen unter etwa 400 Metern soll bei unterlassenem Klimaschutz bis zum Jahr 2100 die Schneedecke drastisch zurückgehen, auf durchschnittlich nur noch zwei Tage pro Winter. Selbst wenn das globale Ziel des Pariser Klimaabkommen eingehalten wird („2‑Grad‑Weg“), wären es bis 2100 nur etwa acht Tage Schneedecke, ein dramatischer Rückgang.

Ist Kunstschnee die Lösung?

Ein Zukunftsszenario, bei dem Österreichs Wintersport, weiße Weihnachtsfotos und klassische Schneewinter nur noch in Erinnerungen und Erzählungen weiterleben, scheint längst nicht mehr unrealistisch. Manche hoffen auf Kunstschnee, aber kann er das alte Winterparadies wirklich ersetzen?

Die Antwort fällt komplex aus: Kunstschnee kostet, funktioniert nur bei bestimmten Temperaturen, verbraucht Wasser und Energie und reicht allein wohl kaum aus, um flächendeckend das „Wintergefühl“ von früher zu ersetzen.

Wollen wir wirklich, dass die Winter unserer Kinder nur künstliche Kopien der vergangenen sind? Oder wird es Zeit, unsere Erwartungen an Winter und unsere Beziehung zur Natur neu zu überdenken, vielleicht mit weniger Schnee, aber ehrlicher und bewusster?





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