Manche Menschen finden Ruhe beim Sport. Andere in der Natur. Ich finde sie in der Musik.
Wenn ich singe und mich gleichzeitig an das Klavier setze, verändert sich etwas in mir. In Momenten, in denen ich nicht mehr weiterweiß, lege ich einfach meine Hände auf die Tasten. Der erste Akkord erklingt, dann der nächste. Irgendwann beginnt auch meine Stimme zu singen. Plötzlich wird alles um mich herum leiser.
Für einen kurzen Augenblick ist mein Kopf still. Sogar meinen Herzschlag, den ich sonst oft bewusst wahrnehme, höre ich kaum noch. Es fühlt sich an, als würde die Musik all das tragen, was ich selbst nicht aussprechen kann. Genau deshalb sind das Singen und das Klavierspielen meine ganz persönliche Form von Therapie.
Viele verbringen ihre Sommerferien am Badesee oder auf Reisen. Ich verbringe sie mit Liedern. Ich übe neue Stücke, entdecke Melodien und verliere dabei völlig das Zeitgefühl. Jede Note erzählt etwas. Nicht nur den Zuhörern, sondern auch mir selbst.
"Musik hat dich verändert"
Ich habe Menschen gefragt, was sie an meiner Leidenschaft bemerken.
„Musik hat dich verändert“, sagt meine Mutter. „Wenn du traurig bist und dich ans Klavier setzt, kommst du kurze Zeit später mit einem ganz anderen Blick aus deinem Zimmer. Man merkt, wie gut dir das tut.“
Meine beste Freundin sagt: „Ich finde es schön, dass du mit deiner Stimme Gefühle zeigen kannst, für die viele Menschen keine Worte finden.“
Diese Gespräche haben mir gezeigt, dass Musik nicht nur für mich etwas Besonderes ist. Sie verändert auch die Menschen, die zuhören.
Schwierige Zeiten
Natürlich gab es Zeiten, in denen ich meine Leidenschaft fast verloren hätte. Es gab Phasen, in denen ich kaum gesungen oder Klavier gespielt habe. Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt weitermachen möchte. Doch tief in mir wusste ich, dass ich nicht aufgeben darf.
Denn immer, wenn ich zurückkam, warteten meine Stimme und das Klavier auf mich. Sie haben mich nie verurteilt. Sie waren einfach da. Genau deshalb sind sie für mich mehr als ein Hobby. Sie sind meine Rettung in den Momenten, in denen ich sie am meisten brauche.
An warmen Sommerabenden fällt das Sonnenlicht auf die Klaviertasten. Ich spiele die ersten Akkorde, beginne zu singen und merke, wie die Welt für einen Augenblick stillsteht. Nicht, weil alle Geräusche verschwinden, sondern weil in mir endlich Ruhe einkehrt.
Viele sehen in Musik Unterhaltung. Ich sehe darin Hoffnung. Ich sehe einen Ort, an den ich immer zurückkehren kann, egal wie schwer ein Tag war.
Deshalb sind Singen und Klavierspielen für mich das Schönste an den Sommerferien. Sie schenken mir Kraft, wenn ich keine mehr habe, Hoffnung, wenn ich sie suche, und Ruhe, wenn mein Kopf nicht aufhören will zu denken. Manchmal braucht es nur einen einzigen Ton, um sich selbst wiederzufinden.
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