Neulich in der Schule haben wir darüber gesprochen, was fair ist. Dabei musste ich an meinen alten Samstagsjob denken. Denn dort habe ich zum ersten Mal richtig gespürt, wie sich Ungerechtigkeit anfühlt.
Ich hatte gerade neu angefangen und war anfangs noch nervös, alles richtig zu machen. Trotzdem habe ich mich schnell eingearbeitet. Schon nach etwa einem Monat kannte ich die Abläufe gut, habe Aufgaben selbstständig übernommen und bekam von meinen Kolleginnen oft positives Feedback.
Schwierige Chefin
Ganz anders war es jedoch im Umgang mit meiner Chefin. Egal, wie sehr ich mich bemühte, sie fand fast immer etwas zu kritisieren. Kleine Fehler wurden sofort hervorgehoben, während meine Fortschritte kaum beachtet wurden. Besonders unfair empfand ich, dass eine andere Samstagskraft, die schon länger dort arbeitete, ständig gelobt wurde, obwohl sie häufig schwerwiegende Fehler machte. Sie wurde vor mir als besonders zuverlässig dargestellt, während ich mich immer wieder rechtfertigen musste.
Das hat mich sehr verunsichert. Ich fragte mich oft, ob meine Arbeit wirklich so schlecht war oder ob ich einfach nie eine echte Chance bekam. Mit der Zeit verlor ich nicht nur meine Motivation, sondern auch mein Selbstvertrauen. Es ist schwer, sein Bestes zu geben, wenn man das Gefühl hat, dass es ohnehin nicht gesehen wird.
Anerkennung verändert
Ich hätte mir gewünscht, dass meine Chefin objektiver gewesen wäre und alle Mitarbeiterinnen gleich behandelt hätte. Ein offenes Gespräch, ehrliches Feedback oder einfach ein anerkennendes Wort hätten viel verändert. Vielleicht hätte ich mir sogar Unterstützung von außen gewünscht, von jemanden, der zuhört und vermittelt, wenn man sich allein nicht traut, etwas zu sagen. In solchen Momenten kann ich verstehen, warum es wichtig ist, dass es Menschen gibt, die sich für Fairness einsetzen und anderen helfen, ihre Rechte und ihre Würde zu verteidigen.
Heute weiß ich, dass Ungerechtigkeit Spuren hinterlässt. Aber sie zeigt auch, wie wichtig Respekt, Anerkennung und ein fairer Umgang miteinander sind, egal ob in der Schule, im Job oder im Alltag.
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