Ich sitze im Auto und fahre los. Die Straße kenne ich, die Strecke auch. Eigentlich müsste ich mich nur auf den Verkehr konzentrieren. Aber dann fängt mein Kopf schon an. Ich denke an etwas, das heute passiert, dann an etwas, das ich noch erledigen muss. Danach wieder an ein Gespräch oder an irgendeine Situation, die mich beschäftigt.
Während ich weiterfahre, merke ich plötzlich, wie sehr ich in meinen Gedanken versinke. Für einen kurzen Moment denke ich: Bin ich gerade überhaupt richtig bei der Straße? Ich fahre zwar, ich lenke und bremse, aber gedanklich bin ich ganz woanders. Genau das ist das Komische. Mein Körper fährt weiter, aber in meinem Kopf läuft längst etwas anderes ab.
Der Blick in den Rückspiegel bei der grün blinkenden Ampel
Ich fahre auf eine Ampel zu und sie blinkt schon grün. Sofort geht es in meinem Kopf los. Schaffe ich das noch locker oder wird es schon knapp? Soll ich noch fahren oder lieber bremsen? In diesem kurzen Moment entscheide ich mich weiterzufahren. Sobald ich drüber bin, schaue ich direkt in den Rückspiegel.
Ich will sofort wissen, ob das Auto hinter mir auch noch über die Ampel kommt. Wenn ja, denke ich: Okay, dann ist es eh noch in Ordnung. Dann ist es nicht zu knapp. Wenn nicht, kommt sofort dieser Gedanke: Ist das vielleicht doch schon grenzwertig? Irgendwie hängt mein Gefühl davon ab, ob die andere Person es auch noch schafft. Als würde mich das beruhigen und mir zeigen, dass meine Entscheidung richtig ist.
Abgelenkt beim Lernen
Ich sitze beim Lernen und versuche, etwas zu wiederholen. Eigentlich will ich mich konzentrieren, den Stoff im Kopf durchgehen und weitermachen. Aber dann schaue ich kurz aus dem Fenster. In dem Moment sehe ich meine Nachbarn draußen. Vielleicht verlassen sie gerade das Haus oder machen etwas im Garten. Und sofort bin ich mit meinen Gedanken nicht mehr beim Lernen.
Ich frage mich: Wo gehen sie jetzt hin? Was machen sie da draußen genau? Müssen sie irgendwohin oder machen sie einfach nur etwas im Garten? Vielleicht kommen gleich noch andere dazu. Vielleicht fahren sie weg. Während ich darüber nachdenke, rückt das Lernen plötzlich komplett in den Hintergrund. Mein Kopf hängt dann an dieser kleinen Szene draußen, obwohl ich eigentlich gerade etwas ganz anderes machen will.
Wenn ich diese drei Situationen zusammendenke, merke ich, dass sie alle etwas gemeinsam haben. Es geht jedes Mal darum, dass ich mit meinen Gedanken nicht ganz bei dem bin, was ich gerade eigentlich mache. Beim Autofahren verliere ich mich in meinen eigenen Gedanken. Bei der Ampel zerdenke ich eine kleine Entscheidung noch im Nachhinein. Beim Lernen reicht schon ein kurzer Blick nach draußen und mein Kopf ist sofort woanders.
Mir wird dabei klar, wie schnell mein Denken abschweift und wie viel sich in wenigen Sekunden im Kopf abspielt. Von außen wirkt vielleicht alles normal. Ich fahre Auto, ich lerne, ich mache einfach weiter. Aber innerlich läuft oft viel mehr ab. Genau das verbindet diese Beobachtungen: Nicht nur die Situation selbst ist wichtig, sondern auch das, was sie direkt in meinem Kopf auslöst.
So wird deutlicher, dass der Alltag nicht nur aus dem besteht, was wir tun, sondern auch aus dem, was wir in diesen Momenten denken.
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