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"Wenn du glaubst, dass du keine Kraft mehr hast, stecken noch 60 Prozent in dir."

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Volontär · BRG Oeverseegasse
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26.07.2026
4 Min.

Tore, Dribblings und Jubel. Dieses Teil des Fußballs ist bekannt. Bloß dahinter steckt viel mehr. Mein Hobby ist Fußball und hier ist ein Tag aus meinem Leben als Nachwuchs-Profi.

 

„Jeder Ballkontakt ist ein Schritt näher an meinem Traum – Fußballprofi zu werden.“ (Foto: Jahed Anwari Foto)

Um sieben Uhr klingelt mein Wecker. Während viele Jugendliche in den Sommerferien noch schlafen, beginnt für mich der Tag. Als Erstes mache ich mein Bett. Danach putze ich meine Zähne und gehe direkt in die Küche. Dort wartet mein Frühstück: eine Schüssel Cornflakes mit Haferflocken, drei hart gekochte Eier und eine Banane. Ich weiß, dass mein Körper Energie braucht, wenn ich trainieren will.

Während ich esse, denke ich fast jeden Morgen denselben Satz: „Ein neuer Tag, ein neues Glück. Ich muss das heute wieder durchziehen.“ Dieser Gedanke motiviert mich und erinnert mich daran, warum ich jeden Tag aufstehe.

Disziplin ist wichtiger als Talent

Um 9:30 Uhr beginnt meine erste Trainingseinheit. Mal ist Krafttraining angesagt, mal Laufeinheiten. Manchmal laufe ich drei Kilometer in zwölf Minuten, manchmal trainiere ich gezielt meine Kraft. Niemand zwingt mich dazu. Ich mache es, weil ich meinem Traum jeden Tag ein Stück näherkommen möchte.

Viele glauben, Talent sei das Wichtigste. Ich sehe das anders. „Ab einem gewissen Alter entscheidet Disziplin. Wer Profi werden will, muss jeden Tag auf seinen Körper achten, hart arbeiten und einen Plan haben.“ Genau das versuche ich umzusetzen.

Schule und Fußball unter einen Hut bringen

Während der Schulzeit klingelt mein Wecker schon um sechs Uhr. Nach der Schule esse ich schnell etwas, erledige meine Hausaufgaben und fahre anschließend zum Mannschaftstraining. Wenn ich am Abend nach Hause komme, kontrolliere ich noch einmal, ob alle Aufgaben erledigt sind und ob meine Schultasche für den nächsten Tag gepackt ist.

Viele fragen mich, was schwieriger ist – eine Schularbeit oder ein wichtiges Spiel. Meine Antwort überrascht oft: „Eine Schularbeit ist für mich schwieriger. Auf ein Spiel bereite ich mich natürlich auch vor. Aber auf eine Schularbeit lerne ich oft eine ganze Woche.“ Ohne eine gute Routine könnte ich Schule und Fußball nicht miteinander verbinden.

Aufgeben ist keine Option

Am anstrengendsten sind für mich die Linienläufe. Es gibt Momente, in denen die Beine schwer werden und der Körper am liebsten stehen bleiben würde. Dann erinnere ich mich an einen Satz meines Trainers: „Wenn du glaubst, dass du keine Kraft mehr hast, stecken noch 60 Prozent in dir.“

Seitdem denke ich in schwierigen Momenten genau daran. Wenn ich glaube, dass ich nicht mehr kann, laufe ich weiter. Ich möchte später nicht sagen müssen, dass ich aufgegeben habe.

Eine Strafe, die ich nie vergessen werde

An einen Trainingstag erinnere ich mich besonders gut. Es war Winter, draußen lag Schnee und wir saßen mit der Mannschaft in der warmen Kabine. Keiner von uns hatte auf die Uhr geschaut. Als wir schließlich gemütlich auf den Platz gingen, wartete unser Trainer bereits.

Die Konsequenz war hart: ungefähr 60 Runden laufen und danach noch 20 Sprints. Damals dachte ich, das hört nie mehr auf. Heute sehe ich diesen Tag anders. Er hat mir gezeigt, dass man viel mehr schaffen kann, als man zuerst glaubt.

Die schönsten Momente

Zu meinen größten Erlebnissen gehört die Einladung zu zwei Trainingseinheiten bei Red Bull Salzburg. Allein zu wissen, dass ich dort vorspielen durfte, hat mich unglaublich motiviert.

Noch unvergesslicher war allerdings ein internationales Turnier. Im Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale ging es jeweils ins Elfmeterschießen – und jedes Mal schoss ich den letzten Elfmeter. Jedes Mal traf ich. Besonders das Halbfinale gegen Sturm Graz werde ich nie vergessen. Wir galten als Außenseiter, kämpften uns zurück und gewannen schließlich im Elfmeterschießen. Als ich zum Ball ging, dachte ich nur: „Den schieße ich rein.“ Genau so kam es auch. Am Ende gewannen wir sogar das ganze Turnier.

Was Zuschauer nicht sehen

Viele Menschen sehen nur das Spiel. Sie sehen Tore, Pässe oder Fehler. Was sie nicht sehen, sind die Gedanken eines Spielers. „Die Zuschauer sehen nur das, was auf dem Platz passiert. Sie sehen nicht, was im Kopf eines Spielers vorgeht.“ Genau dort werden oft die wichtigsten Entscheidungen getroffen.

Mein Traum

Ich weiß nicht, ob ich eines Tages wirklich Fußballprofi werde. Das kann niemand versprechen. Aber ich weiß, dass ich jeden Tag alles dafür geben kann. Jeder Morgen beginnt mit einer Entscheidung: weiterschlafen oder aufstehen und an seinem Traum arbeiten.

Ich entscheide mich jeden Tag fürs Aufstehen. Denn ich bin überzeugt, dass große Ziele nicht an einem einzigen Tag erreicht werden, sondern durch viele kleine Schritte. Und genau diese Schritte gehe ich jeden Morgen aufs Neue.





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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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