Drei bis zehn Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren leiden unter Depressionen

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20.11.2025
2 Min.

Immer mehr Jugendliche kämpfen mit psychischen Belastungen, die oft im Verborgenen beginnen und viel zu spät erkannt werden. Isolation, Leistungsdruck und fehlende Unterstützung hinterlassen Spuren.

Seelisches Unwohlsein (Foto: pixabay (naturepic))

Drei bis zehn Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren leiden unter Depressionen. Suizid ist die zweithäufigste Todesursache unter 18 Jahren. 2023 starben in Österreich rund 1100 Menschen durch Suizid, 25 bis 30 davon waren Jugendliche. Was passiert mit uns jungen Menschen? Was hat diese Entwicklung in den letzten Jahren so vorangetrieben?

Corona hat Jugendlichen schwer zugesetzt

2020 begann eine schwierige Zeit für alle SchülerInnen auf der ganzen Welt. Der Ausbruch des Coronavirus. Freunde treffen, sich austauschen, soziale Kontakte pflegen: All das war plötzlich nicht mehr möglich. Wir mussten uns isolieren, uns komplett von der Außenwelt abschotten und stundenlang vor elektronischen Geräten sitzen, nur um irgendwie dem Online-Unterricht folgen zu können. Damit wenigstens ein Teil unseres normalen Alltags erhalten blieb. Selbst wenn wir wenige Jahre später wieder fast vollständig in den Alltag zurückkehren konnten, bleibt diese Erfahrung in uns. Diese Zeit war nicht leicht, und sie wirkt bis heute auf unsere Psyche.

Doch an allem ist die Quarantäne nicht schuld. Es gibt unzählige andere Faktoren, die Jugendliche in eine Depression fallen lassen können: zu wenige soziale Kontakte, Mobbing, Stress, Überforderung oder mangelnde Unterstützung. Oft geschieht so etwas still, langsam und innerlich. Freunde, Eltern und die Umgebung haben nicht einmal eine Chance, etwas zu bemerken. Genau das macht Depression so gefährlich. Sie schleicht sich an und ehe etwas unternommen werden kann, ist es oft schon sehr ernst. Eltern merken häufig nicht, wie dramatisch die Lage ist. „Es ist doch nur eine Phase“, hören wir oft, oder die Stimmung wird auf Winter, Dunkelheit oder Kälte geschoben. Doch genau das sollte nicht getan werden. Es kann sehr gefährlich sein.

Wenn sich Jugendliche von ihrem engsten Umfeld nicht ernst genommen fühlen, ziehen sie sich zurück und trauen sich nicht mehr, sich jemandem zu öffnen. Sie denken: Es wird ja doch nur schöngeredet. Depression als Krankheit bringt nicht nur Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Motivationslosigkeit oder Emotionslosigkeit mit sich, sondern kann wie eine schwere, eiserne Kette andere psychische Erkrankungen auslösen. Nicht selten entstehen daraus Essstörungen, Angstzustände oder sogar Abhängigkeiten.

Außerdem glauben viele, dass ihre Probleme zu klein seien, um professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es Hilfsorganisationen wie zum Beispiel das Hilfswerk Österreich, bei denen man kostenlose Beratungsstunden vereinbaren kann.

Du bist nicht alleine. Wenn du Hilfe brauchst, zögere nicht, sie dir zu holen.

Du bist wichtig. ❤

Ö3-Kummernummer: 116 123

Rat auf Draht: 147

Telefonseelsorge: 142


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