Ich schaue auf die Uhr. 18:47. In 13 Minuten muss ich los. Eigentlich.
Meine Tasche ist noch nicht gepackt, ich suche meine Kopfhörer, mein Handy hat nur noch 9 %, und irgendwo im Hinterkopf ist da noch diese eine Sache, die ich nicht vergessen darf, aber genau jetzt fällt sie mir nicht ein.
Ich laufe von meinem Zimmer in die Küche, bleibe kurz stehen, gehe wieder zurück. Was wollte ich nochmal?
Mein Kopf springt von einem Gedanken zum nächsten. Zu spät. Du bist gleich zu spät. Warum hast du das nicht früher gemacht?
Ich merke, wie sich alles gleichzeitig aufbaut. Mein Körper wird unruhig, meine Gedanken schneller. Es fühlt sich an, als würde alles auf einmal passieren, obwohl es eigentlich nur ein paar kleine Dinge sind.
Wenn alles gleichzeitig passiert
Hast du schon einmal gemerkt, wie sich Stress bei dir anfühlt? Bei mir ist das sofort spürbar. Mein Kopf wird voll, ich denke an tausend Dinge gleichzeitig und habe das Gefühl, alles passiert auf einmal.
Vor allem dann, wenn mehrere Sachen zusammenkommen oder ich das Gefühl habe, allem gleichzeitig gerecht werden zu müssen, wird es schnell zu viel. Zeitdruck stresst mich total, wenn ich merke, dass ich zu wenig Zeit habe oder alles gleichzeitig erledigen soll.
Und manchmal sind es gar nicht die großen Dinge, sondern viele kleine auf einmal, die sich plötzlich wie ein riesiger Berg anfühlen.
Kleine Fluchten, die alles leiser machen
Wenn ich gestresst bin, merke ich irgendwann, dass ich kurz Abstand brauche.
Ich lege mein Handy weg, setze mich hin oder gehe einfach raus. Frische Luft wirkt bei mir echt wie ein Reset-Knopf. Manchmal reicht schon ein kurzer Spaziergang, um wieder klarer denken zu können.
In solchen Momenten mache ich oft Musik an. Das klingt simpel, aber es hilft total. Je nach Stimmung entweder etwas Ruhiges oder genau das Gegenteil, laute Musik, bei der ich einfach alles andere ausblenden kann. Es ist, als würde mein Kopf kurz Pause machen.
Was mir auch richtig hilft, ist Bewegung. Wenn ich laufe oder ein Workout mache, merke ich, wie sich der Stress langsam löst. Am Anfang bin ich noch voll im Kopf, aber mit der Zeit wird alles ruhiger. Danach fühle ich mich viel leichter, als hätte ich den Druck einfach abgeschüttelt.
Und dann ist da noch mein Hund. Wenn ich gestresst nach Hause komme, merkt er das oft sofort. Er kommt zu mir, bleibt einfach da. Ich gehe mit ihm raus, wir laufen ein Stück, und ohne dass ich viel darüber nachdenke, wird alles ruhiger. In diesen Momenten bin ich einfach nur im Hier und Jetzt und das hilft extrem.
Ordnung im Kopf
Ich merke auch, dass mein Stresslevel sinkt, wenn ich meine Gedanken ordne.
Oft schreibe ich mir auf, was ich alles erledigen muss. Klingt vielleicht simpel, aber plötzlich wirkt alles viel machbarer. Dieses Gefühl von „Ich muss alles gleichzeitig schaffen“ verschwindet ein bisschen.
Ich habe auch gelernt, dass Ignorieren alles nur schlimmer macht. Früher habe ich Stress einfach weggeschoben, aber dann kam er doppelt zurück. Jetzt versuche ich, besser auf mich selbst zu hören und rechtzeitig etwas dagegen zu tun.
Was mich zusätzlich stresst, sind Erwartungen von anderen, aber auch von mir selbst. Ich will alles gut machen und habe manchmal Angst, nicht zu genügen. Deshalb ist es mir wichtig geworden, mir selbst auch Pausen zu erlauben und nicht immer perfekt sein zu wollen.
Außerdem hilft es mir, mit jemandem zu reden. Egal ob Freundinnen oder Familie. Manchmal reicht es schon, einfach auszusprechen, was einen gerade beschäftigt. Und oft merkt man dann, dass man gar nicht allein mit dem Gefühl ist.
Den richtigen Weg für sich selbst finden
Ich glaube, jeder hat seine eigenen Wege, mit Stress umzugehen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Wichtig ist nur, dass man etwas findet, das einem selbst guttut.
Und vielleicht geht es genau darum, dass man sich selbst etwas besser kennenlernt und das auch in stressigen Momenten.
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