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Wenig Rüstung, große Schwerter: Die Frau als Sexualobjekt im Gaming

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Volontär · Don Bosco Schulen Vöcklabruck, HLW & BAfEP
13.02.2026
3 Min.

Gaming. Für viele ein freier Raum ohne Konsequenzen. Das zeigt sich auch in der übermässigen Sexualisierung weiblicher Charaktere, einfach ekelhaft.

Frauen sind in vielen Videospielen reine Lustobjekte. (Foto: Olichel auf Pixabay)

Zocken waren bereits zu Zeiten von frühen Videospielkonsolen kein reines Männerhobby. Jedoch haben Männer von Anfang an die Gaming-Szene mit ihren Themen und Bedürfnissen dominiert. Mädchen und Frauen sind heutzutage immer öfter in allen Sparten der Videospielszene aktiv dabei, sowohl als User, wie auch im Game-Development.

Eine Statistik Erhebung von Statista® von 2025 zeigt auf, wie durchschnittlich über alle Altersstufen verteilt. 77,5 Prozent aller Internet-Nutzerinnen spielen Video-Games. Das ergibt eine aktuelle Erhebung des Daten-Portals Statista®. Bei den Männern sind es 79,1 Prozent.

Warum werden Frauen in Videospielen sexualisiert, belästigt und als Objekte präsentiert?


Es kommt einem so vor wie eine Krankheit, mit der Gaming entstanden ist und mit der es immer noch zu kämpfen hat. Die Verantwortung liegt hier aber nicht nur bei den Gamern selbst. Auch wenn der Respekt gegenüber Frauen etwas ist, das scheinbar den meisten Männern online fehlt.

Der Großteil der Verantwortung liegt bei den Game-Studios und Indie-Developern, also bei Firmen und Einzelpersonen. Diese entwickeln vor allem Spiele die Fanservice für Männer betreiben und keine Chatkontrolle gegen Anfeindungen und Abwertung gegen Frauen haben.

Hierzu genügt ein Blick auf r/GirlGamers. Das ist eine Reddid-Community für weibliche Gamer und zugleich ein Safe Space zum Austausch von Erfahrungen. Es ist schockierend, wie häufig Userinnen über sexistische Inhalte berichten. Besonders ist mir ein Post der Reddit- Userin Prestigious_Virus191 über das Spiel „Elden Ring Nightreign®“ von 2025 ins Auge gestochen. Dieses Videospiel ist Teil der weitbekannten „Elden Ring“-Reihe, die von vielen passionierten Gamern gespielt wird.

Prestigious_Virus191 schreibt:  „Recluse is beautiful but she has the most skinny slender body with huge tits, it’s jarring as her story is driven by her search for her child.”

Das bedeutet frei übersetzt: „Recluse ist wunderschön, aber sie hat den dünnsten Körper mit riesigen Brüsten, es ist erschütternd, da ihre Geschichte von der Suche nach ihrem Kind getrieben ist.“

Dies zeigt, wie die Gaming-Industrie meist über Frauen denkt: Sie sind förmlich Objekte, die theoretisch einen Charakter und eine eigene Geschichte haben. Sie sind allerdings für diese hauptsächlich „Objekte der Begierde“, die sexualisiert werden können.

Ein weiterer interessanter Ansatz dazu liest sich in einem Post dazu:  “But to empower women through their sexualisation is by letting THEM utilise their own sexualisation, like Aphrodite from Hades, who uses her seduction to her advantage.”

Übersetzt: “Aber stattdessen Frauen durch ihre Sexualisierung zu bestärken, indem man SIE ihre eigene Sexualisierung nutzen lässt, sowie Aphrodite aus Hades, die ihre Verführung zu ihrem Vorteil nutzt.“

Hier kann man den Punkt vertreten, sowie Prestigious_Virus191, wonach es in Ordnung sei, wenn ein weiblicher oder auch männlicher Charakter seine körperlichen Reize ausnutze. Vertretbar sei, durch den Nutzen, den die Person durch ihre Aktionen bekommt, im Gegensatz zu einem reinen Vergnügen für Männer.

Es geht auch anders

Ein Beispiel wie es besser geht ist „Baldurs Gate 3“. In diesem Spiel ist es möglich, sowohl mit weiblichen Charakteren als auch mit männlichen Charakteren eine romantische Storyline zu bespielen.

Eine große Ungerechtigkeit besteht auch, wenn es um Wettbewerbe, also sogenanntes „Competitive Gaming“, geht. Durch die männliche Dominanz bei solchen Veranstaltungen werden Frauen oft weder ernstgenommen noch gefördert. Ein Blick auf die Teams bei den „League of Legends World Championships 2025“, einem der größten E-Sports Wettbewerben der Welt, zeigt etwas Schockierendes auf. Von 86 Gamern war keine einzige Frau dabei.

Abschließend ist zu sagen: Die gesamte Gaming-Szene hat großen Aufholbedarf, was Gleichstellung der Geschlechter angeht. Und auch Content-Creator sind jeden Tag mit Anfeindungen und Übergriffen konfrontiert. Das ist ekelhaft. Allerdings gibt es Lichtblicke für die Szene. Daran müssen wir Männer uns orientieren. Um Gaming endlich inklusiv zu machen.



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