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Warum mehr Rechte für die Jugend die Welt für alle besser machen würden

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Volontär · BRG Kufstein
25.01.2026
2 Min.

Rechte sind nichts Abstraktes. Man spürt sie im Alltag, oder eben ihr Fehlen. Immer dann, wenn über einen entschieden wird, ohne dass man selbst mitreden darf. Gerade junge Menschen erleben oft, dass ihre Meinung gehört, aber nicht wirklich ernst genommen wird. Ein persönlicher Blick darauf, welche Rechte ich mir wünsche, warum sie mir wichtig sind und was sich dadurch für unsere Gesellschaft verändern könnte.

Eine andere Perspektive: Auch die Alten würden profitieren, wenn sich junge Menschen bit erweiterten Rechten besser einbringen könnten. (Foto: Shutterstock)

Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der viel über Mitbestimmung gesprochen wird. Gleichzeitig habe ich oft erlebt, dass junge Menschen zwar Verantwortung übernehmen sollen, aber kaum echte Entscheidungsrechte haben. Genau hier sehe ich einen Widerspruch.

Ein Recht, das mir besonders wichtig ist, ist mehr Mitbestimmung für Jugendliche in Bereichen, die sie direkt betreffen. Ein Beispiel dafür ist die Schule. Sie prägt unseren Alltag, unsere Entwicklung und oft auch unser Selbstbild. Trotzdem werden viele Entscheidungen, etwa zu Leistungsdruck, Prüfungsdichte oder organisatorischen Regeln, ohne echte Beteiligung der Schüler getroffen. Ich habe selbst erlebt, wie über unsere Köpfe hinweg entschieden wurde, obwohl wir diejenigen waren, die die Folgen tragen mussten. Mehr Mitsprache würde nicht Chaos bedeuten, sondern Verantwortung fördern. Wer mitentscheiden darf, setzt sich auch bewusster mit Konsequenzen auseinander.

Mitreden an der Schule und in der Politik

Darüber hinaus wünsche ich mir eine stärkere politische Beteiligung junger Menschen. Viele Jugendliche sind informiert, engagiert und haben klare Meinungen zu gesellschaftlichen Fragen. Trotzdem fehlt ihnen oft die Möglichkeit, diese Meinungen wirksam einzubringen. Eine frühere oder erweiterte politische Mitbestimmung würde nicht nur junge Menschen stärken, sondern auch die Demokratie selbst. Sie lebt davon, dass möglichst viele Perspektiven einbezogen werden.

Junge Menschen könnten vieles verändern

Besonders wichtig ist mir auch das Recht auf Mitsprache bei Zukunftsfragen, etwa beim Klima- und Umweltschutz. Entscheidungen, die heute getroffen werden, werden vor allem mein Leben und das meiner Generation beeinflussen. Dennoch sind junge Stimmen in diesen Diskussionen oft unterrepräsentiert. Das empfinde ich nicht als gerecht.

Wenn junge Menschen mehr Rechte hätten, würde sich das gesellschaftliche Klima verändern. Es würde Vertrauen entstehen – und aus diesem Vertrauen Verantwortung. Ich bin überzeugt, dass echte Mitbestimmung nicht nur einzelne stärkt, sondern die Gesellschaft insgesamt reifer, gerechter und zukunftsfähiger macht.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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