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Unsere Unzufriedenheit wächst: Wir wollen motiviertere, gerechtere Lehrer

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Volontär · HLA Baden
25.11.2025
3 Min.

Zu viel Frontalunterricht, zu wenig Mitgestaltung, moderne Methoden fehlen. Warum der Unterricht zeitgemäßer werden muss und die Lehrkraft besser.

Lehrer sollten ihren Job gerne machen (Foto: Shutterstock)

Immer mehr Schülerinnen und Schüler äußern Kritik am derzeitigen Schulsystem. Ich gehöre dazu. Viele Unterrichtsstunden wirken heute wie Monologe: Die Lehrkraft spricht, die Klasse hört zu. Doch Lernen funktioniert anders. Aus meiner Sicht fehlt im Unterricht häufig die aktive Einbindung der Lernenden. Dabei wäre es dringend notwendig, moderne Methoden, Teamarbeit und digitale Werkzeuge stärker in den Schulalltag zu integrieren.

Mehr Zusammenarbeit, mehr digitale Unterstützung

Ich wünsche mir ein Unterrichtsmodell, das offener und dynamischer ist, mit mehr Gruppenarbeiten, kreativen Aufgaben und einem sinnvollen Einsatz von KI-Tools. Moderne Technologien könnten den Unterricht nicht nur abwechslungsreicher gestalten, sondern auch individuellere Lernwege ermöglichen.

Ein weiterer Punkt betrifft das Lernen in Einzelphasen: Viele Schülerinnen und Schüler können sich besser konzentrieren, wenn sie Musik hören dürfen. Das würde helfen, ein positives, persönliches Lernklima zu schaffen. Eine einfache Erlaubnis für Kopfhörer in Stillarbeitsphasen könnte für viele einen großen Unterschied machen.

Beziehung zwischen Lehrern und Schülern: ein oft unterschätzter Faktor

Guter Unterricht lebt auch von der Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden. Wenn Lehrer motiviert sind, Freude am Unterrichten haben und gleichzeitig offen auf Schüler eingehen, entsteht ein Klima, in dem man gerne lernt. Nur gemeinsam können wir Schultage gestalten, die produktiv und angenehm sind.

Auch der Einsatz von Lernvideos wäre eine Bereicherung. Viele Schülerinnen und Schüler empfinden diese Form der Vermittlung als kreativer und anschaulicher. Wenn Lehrkräfte nicht nur erklären, sondern auch visuelle und moderne Medien einbauen, bleibt der Stoff häufig besser im Gedächtnis.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass Lehrkräfte motivieren, unterstützen und Verständnis zeigen. Gerade auf dem eigenen Bildungsweg brauchen wir Menschen, die uns ernst nehmen und begleiten.

Meine Erfahrungen

In meiner Schulzeit habe ich sowohl negative als auch positive Erlebnisse gemacht. Besonders belastend fand ich Situationen, in denen Lehrkräfte einzelne Schüler aufgrund von Sympathie oder Geschlecht unterschiedlich behandelten. So habe ich zum Beispiel einmal meine Hausübung vergessen und bekam dafür eine deutliche Rüge. Ein Mitschüler hingegen, der die gleiche Aufgabe ebenfalls nicht gemacht hatte, wurde mit den Worten entschuldigt: „Kann passieren.“ Solche Ungleichbehandlungen sind nicht nur unfair, sondern auch demotivierend und sie sollten im Schulsystem keinen Platz haben.

Zum Glück habe ich auch das Gegenteil erlebt: Als ich vor einigen Monaten einen schwierigen Test vor mir hatte und merkte, dass ich mit dem Thema Probleme habe, sprach ich meinen Lehrer darauf an. Er nahm sich tatsächlich eine Stunde seiner Freizeit, um den Stoff mit mir durchzugehen. Diese Unterstützung hat mir nicht nur beim Lernen geholfen, sondern auch gezeigt, was ein verständnisvoller Lehrer bewirken kann.

Fazit: Schule muss sich weiterentwickeln

Was sich viele Jugendliche wünschen, ist eigentlich klar: moderner, abwechslungsreicher Unterricht und Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler ernst nehmen, motivieren und unterstützen. Schule sollte ein Ort sein, an dem junge Menschen gerne lernen – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie darin Sinn sehen.

Damit das gelingt, braucht es Offenheit für Neues, Mut zur Veränderung und den gemeinsamen Willen, Schule zu einem besseren Ort zu machen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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