Was Jugendliche für den Klimaschutz tun können

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Volontär · MS Bildungscampus Sonnwendviertel
07.11.2025
3 Min.

Von Upcycling bis Strom sparen: Jugendliche erzählen, was sie in ihrem Alltag ändern können, um das Klima zu schützen und eine Expertin erklärt, worauf es wirklich ankommt.

Wie kann ich bewusster auf die Umwelt schauen? Ich fragte bei Veronika Winter, einer Expertin der Universität Wien nach. (Foto: Shutterstock)

Es sind oft die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen. Ich wollte wissen, was junge Menschen konkret tun können, um nachhaltiger zu leben und habe dazu Veronika Anna Winter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Österreichischen Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie an der Universität Wien, befragt. Sie beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit der Frage, wie Lehrkräfte über Klimabildung denken und wie sie sie weitergeben können.

„Dass du bei der Mobilität schon klimafreundlich unterwegs bist, ist ein großer Beitrag“, sagt Winter. „Der Verkehrssektor ist in Österreich für etwa 25 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.“ Wer also mit dem Fahrrad oder den Öffis fährt, spart schon täglich CO₂ und macht einen echten Unterschied.

Weniger Fleisch, mehr Pflanzen

Auf meine Frage, ob die veganen Burger, die es in der Schulkantine gibt, wirklich nachhaltiger seien, erklärt Winter: „Ob etwas nachhaltig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa Wasserverbrauch, Emissionen, Flächenverbrauch oder sozialen Arbeitsbedingungen.“ Besonders klimaschädlich sei Rindfleisch, während Geflügel oder Fleischersatzprodukte oft deutlich besser abschneiden. Die Zahlen sprechen für sich: Für ein Kilo Fleischersatz auf Sojabasis entstehen etwa 2,8 Kilogramm Treibhausgase, bei Schweinefleisch 4,1 Kilogramm, bei Geflügel 4,3 Kilogramm und bei Rindfleisch sogar 30,5 Kilogramm.

Veronika Winter

Veronika Winter, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Wien, benatwortete mir meine Fragen zum Thema Umwelt.Universität Wien


Ihr Tipp: „Versuche, ein- bis zweimal pro Woche ganz auf Fleisch zu verzichten. Das spart Ressourcen und du entdeckst vielleicht neue Lieblingsgerichte.“

Winter betont aber auch: „Es macht einen Unterschied, woher das Fleisch kommt. Regionales, biologisches Fleisch kann nachhaltiger sein als importierte Ersatzprodukte.“ Wer Hülsenfrüchte, Linsen oder Kichererbsen in seinen Speiseplan einbaut, hat ohnehin schon viel gewonnen.

Wasser und Energie sparen, aber richtig

Beim Thema Energieverbrauch zeigt sich: Schon kleine Gewohnheiten haben große Wirkung. „Wenn du deine Duschzeit um eine Minute verkürzt, kannst du bis zu 20 Prozent Energie sparen“, erklärt Winter. Duschen statt Baden, Licht aus in unbenutzten Räumen und Geräte komplett ausschalten statt im Stand-by-Modus lassen all das spart Strom. Auch der Umstieg auf LED-Lampen lohnt sich.

Winter warnt aber vor sogenanntem Greenwashing: „Viele Produkte werden als klimafreundlich beworben, sind es aber gar nicht. Am besten ist es, generell nur das zu kaufen, was du wirklich brauchst, Dinge zu teilen oder wiederzuverwenden.“

Secondhand statt Fast Fashion

Ich erzähle ihr, dass ich manchmal Secondhand shoppen gehe. Winter sagt dazu: „Secondhand zu kaufen ist eine tolle Möglichkeit, Fast Fashion weniger zu unterstützen, also die Massenproduktion von Kleidung, bei der Menschen oft unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Außerdem macht es Spaß, ist günstig und gut fürs Klima!“ Ihr Tipp: „Achte darauf, nur das zu kaufen, was du wirklich brauchst. Auch beim nachhaltigen Konsum gilt: Weniger ist oft mehr.“

Regional denken und lokal einkaufen

Ob beim Bauernmarkt oder im kleinen Laden um die Ecke, wer regional einkauft, schützt das Klima gleich doppelt. Denn kurze Transportwege bedeuten weniger CO₂. Außerdem sind Produkte aus der Region oft frischer, verursachen weniger Verpackungsmüll und unterstützen lokale Betriebe.

Winter kauft selbst gern in sogenannten Food-Cops ein: Das sind Zusammenschlüsse von Nachbarn, die gemeinsam direkt bei Bauernhöfen bestellen. „So weiß man, wo das Essen herkommt und es macht sogar Spaß, weil man gemeinsam etwas fürs Klima tut“, erzählt sie.

Kleine Schritte, große Wirkung

Klimaschutz beginnt im Alltag beim Essen, Einkaufen, Duschen oder auf dem Weg zur Schule. Ob du öfter das Fahrrad nimmst, Secondhand kaufst oder einfach weniger Fleisch isst.

Oder wie Veronika Winter es zusammenfasst: „Je bewusster du konsumierst, desto größer ist dein Beitrag. Am Ende kommt es nicht auf Perfektion an, sondern darauf, dass wir alle anfangen, etwas zu verändern.“

Dieser Beitrag entstand im Rahmen Michaels berufspraktischer Tage bei campus a college.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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